Mittwoch, 30. März 2016

UGKK: A Word to the Orthodox Brothers and Sisters Who Signed the Statement on the 70th Anniversary of the So-Called “Lviv Sobor of 1946”

We, Greco-Catholic bishops, clergy, and lay people, scholars and researchers from various countries, express our sincere gratitude and recognition for your letter in which you rightly call this gathering a “pseudo-synod.”
 





You call upon the Orthodox hierarchy in Russia and Ukraine to “recognize the invalidity of the tragic decisions” and assure the Ukrainian Greco-Catholic Church (UGCC) of your solidarity and prayer “for all the innocent victims of this Church who were imprisoned, tortured, deported and assassinated by the Soviet government with the complicity of the Patriarchate of Moscow.”

The Lord is the God of peace, and therefore a sense of earthly peace gives us a vivid foretaste of the Kingdom of Heaven. When we reconcile with one another, it can be said that we confirm the continuing power of Christ’s words: “So if you are offering your gift at the altar, and there remember that your brother has something against you, leave your gift there before the altar and go; first be reconciled to your brother, and then come and offer your gift” (Matt 5:23–24). This year your Easter gift will be dear to the Lord. We hope that He also gives us His mercy.

We sincerely admire your courage, because it is difficult to be the first — and it is even harder to remain alone. One can always encounter suspicion and mistrust from the other side and misunderstanding and lack of support from one’s own. We are convinced that your Appeal reflects the true opinion and convictions of many Orthodox throughout the world. So today we remember with gratitude all those individual expressions of compassion, understanding, and solidarity with the Church that was condemned to silence; these expressions resounded throughout all the previous decades and still sound today. Almost simultaneously with your Appeal, the Press Centre of the Ukrainian Orthodox Church (Kyivan Patriarchate) said that they “share the grief of the Ukrainian Greco-Catholics through the suffering and loss that they suffered as a result of Soviet repressions.” Both of these initiatives appeared within the context of the recent pursuit of Eucharistic unity between Orthodox and Greco-Catholics, which began last year at the proposal of the Sobor of the Kharkiv-Poltava Eparchy of the renewed Ukrainian Autocephalous Orthodox Church.

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Sonntag, 13. März 2016

PRO ORIENTE: Pseudo-Synode von Lemberg 1946: Orthodoxe Christen bitten um Vergebung

(PRO ORIENTE) „Wir bitten demütig um Vergebung für all das Unrecht, das die griechisch-katholischen Opfer unter dem Deckmantel der orthodoxen Kirche erleiden mussten und verneigen uns vor den Märtyrern“
Kiew-Paris, 09.03.16 (poi) Eine Initiativgruppe orthodoxer Christen aus verschiedenen Ländern - an der Spitze der französische Historiker Antoine Arjakovsky, früherer Direktor am „College Universitaire Francais“ in Moskau, Vizedirektor am „Institut Francais“ in Kiew und Gründer des Instituts für Ökumenische Studien an der katholischen Universität Lemberg (Lwiw) – hat die ukrainischen griechisch-katholischen Christen um Vergebung für die Pseudo-Synode von Lemberg 1946 gebeten. Bei der Pseudo-Synode war die „Rückkehr“ der Unierten in die Orthodoxie beschlossen worden. Wörtlich heißt es in der Erklärung der Initiativgruppe: „Am 10. März 1946 hat die russisch-orthodoxe Kirche unter Druck der sowjetischen Regierung mit Gewalt die ukrainische griechisch-katholische Kirche integriert und die Jurisdiktion über sie beansprucht. Als die Synodenteilnehmer am 8. und 9. März 1946 für die ‚Wiedervereinigung‘ ihrer Kirche mit dem Moskauer Patriarchat stimmten, waren alle griechisch-katholischen Bischöfe bereits im Gefängnis“. Die 216 Priester und 19 Laien, die vom NKWD (Narodni Komisariat Wnutrenich Djel, Volkskommissariat des Inneren) in der Lemberger Georgskathedrale versammelt worden seien, wären ganz dem Belieben von drei zur Orthodoxie konvertierten Priestern – den zu Bischöfen beförderten Geistlichen Antonij Pelwetskyj und Myhailo Melnyk sowie des Erzpriesters Gavrylo Kostelnyk – ausgeliefert gewesen. Aus den Archivbeständen gehe hervor, dass Stalin persönlich bereits im Februar 1945 die Eliminierung der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche angeordnet habe.

Alle „ernsthaften Historiker und Theologen“ hätten keine Zweifel, dass die Synode vom 8. bis 10. März 1946 eine Täuschung gewesen sei.
Die Initiativgruppe orthodoxer Christen verweist auf die Forschungen des kanadisch-ukrainischen Historikers Bohdan Bociurkiw, auf die Feststellungen von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2006 und auf die Erkenntnisse des französischen orthodoxen Theologen Nicolas Lossky. Wörtlich heißt es in der Erklärung der Initiativgruppe weiter: „Wegen der Unterdrückung im Jahr 1946 wurde die ukrainische griechisch-katholische Kirche mit ihren fünf Millionen Gläubigen das hauptsächliche Opfer des Sowjetregimes, aber auch die wichtigste Oppositionsgruppe gegen dieses Regime. Wir appellieren an die heutigen orthodoxen Autoritäten in Russland und in der Ukraine und anderswo, die Ungültigkeit der tragischen Entscheidungen der Synode von Lemberg anzuerkennen“.

Die russisch-orthodoxe Kirche als ganze könne nicht für die Entscheidungen verantwortlich gemacht werden, die von kirchlichen Autoritäten getroffen wurden, die vom NKWD „manipuliert oder in Schrecken versetzt wurden“, wird in der Erklärung weiter betont: „Als orthodoxe Christen, die 70 Jahre nach den Ereignissen leben, fühlen wir uns aber verantwortlich für das schuldhafte Schweigen über die Zerstörung der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche durch das Sowjetregime unter Beteiligung des Moskauer Patriarchats. Wir wissen, dass Millionen orthodoxer Christen in aller Welt die religionsfeindliche Verfolgung durch die sowjetische Regierung entschieden verurteilen. Daher versichern wir an diesem 70. Gedenktag des 10. März 1946 und am Vorabend des orthodoxen Versöhnungstages am 13. März die ukrainische griechisch-katholische Kirche unserer Solidarität und des Gebets für die schuldlosen Opfer aus dieser Kirche, die durch die Sowjetregierung inhaftiert, gefoltert, deportiert und ermordet wurden. Wir bitten demütig um Vergebung für all das Unrecht, das sie unter dem Deckmantel der orthodoxen Kirche erleiden mussten und verneigen uns vor den Märtyrern der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche“.

Tragische Zentralfigur: Gavrylo Kostelnyk

Die Zentralgestalt der Pseudo-Synode von Lemberg war der Priester Gavrylo Kostelnyk, der dort auch den Vorsitz führte. Er stammte aus Ruski Krstur, einem der ruthenischen Dörfer in der damals noch ungarischen Vojvodina, wo er 1886 geboren wurde. Seine Schulzeit verbrachte er im damals ebenfalls noch ungarisch kontrollierten Kroatien. Seine Studien absolvierte er am Lemberger griechisch-katholischen Seminar und an der katholischen Universität im Schweizer Fribourg. Der vielsprachige junge Theologe heiratete 1913, im selben Jahr wurde er zum griechisch-katholischen Priester geweiht. Er war anschließend als Seelsorger an der Lemberger Verklärungskathedrale tätig, aber auch als Professor am Seminar und an der Theologischen Akademie.

Ende der zwanziger Jahre profilierte sich Kostelnyk als Gegner der „Latinisierungstendenzen“ in der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche. 1930 musste er daher seine Professur zurücklegen, er trat aber weiter aktiv in der Öffentlichkeit für seine Überzeugungen ein, die auf eine klare Ablehnung des „Uniatismus“ hinausliefen. Kostelnyk gelang es, Anhänger im Klerus und unter den engagierten Laien zu sammeln. Nach Kriegsende – im Mai 1945 – trat der Priester an die Spitze einer vom NKWD inspirierten „Initiativbewegung“ für die „Wiedervereinigung“ mit dem Moskauer Patriarchat. Unter massivem Druck der sowjetischen Behörden traten bis zum Frühjahr 1946 viele griechisch-katholische Priester der Bewegung bei.

Am 23. Februar 1946 wurde Kostelnyk gemeinsam mit zwölf anderen Priestern vom damaligen orthodoxen Metropoliten von Kiew in die orthodoxe Kirche aufgenommen, zwei von ihnen - Antonij Pelwetskyj und Myhailo Melnyk – wurden später zu Bischöfen geweiht. Aus Dokumenten des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Ukraine geht hervor, dass der ganze Vorgang vom Ersten Sekretär der Partei, Nikita S. Chruschtschow, kontrolliert und gelenkt wurde, der bei wichtigen Detailfragen die ausdrückliche Zustimmung Stalins suchte. Bis heute ungeklärt ist, ob alles nach dessen Wünschen verlief, denn Chruschtschow hatte nach der Synode einen Karriere-Knick zu verzeichnen, er wurde bis Ende 1947 als Erster Sekretär abgelöst.

In der „Encyclopedia of Ukraine“ wurde als mögliches Motiv für das Handeln von Gavrylo Kostelnyk eine Mischung aus Sorge um seinen Sohn (der im Gewahrsam des NKWD war), lang gehegten „anti-lateinischen“ Gefühlen und persönlichen Überzeugungen im Hinblick auf Theologie und Kirchengeschichte genannt. Wegen dieser Überzeugungen hatte Kostelnyk schon während der ersten sowjetischen Besetzung der Westukraine 1939-41 die Aufmerksamkeit der „Organe“ erregt, die ihn schon damals veranlassen wollten, ein Schisma in der griechisch-katholischen Kirche herbeizuführen. Nach der neuerlichen Besetzung der Westukraine 1944 wurde der Priester – der vielfach auch als literarischer Autor hervorgetreten war – verstärkt unter Druck gesetzt, bis er orthodox wurde und sich an die Spitze der „Initiativbewegung“ setzte.

Seine Geschichte endete tragisch: Am 20. September 1948 wurde der Priester nach der Feier der Göttlichen Liturgie auf den Stufen der Verklärungskathedrale angegriffen und tödlich verletzt, der Täter Wasilij Pankiw richtete sich am Tatort selbst. Die offizielle Version der Sowjetbehörden lautete, Pankiw sei ein Mitglied der ukrainischen nationalistischen Untergrundbewegung UPA gewesen, deren Exponenten aber jede Beteiligung am Mord an Kostelnyk leugneten. Später wurde sogar die Version von einem „vatikanischen Agenten“ in Umlauf gesetzt. In Lemberg aber hielt sich beharrlich das Gerücht, der Mord sei vom NKWD inszeniert worden, weil Kostelnyk mittlerweile „unbequem“ und „überflüssig“ geworden war.

Erzdiözese Wien: ORF Radio Beitrag anlässlich des 70. Jahrestages der Pseudo-Synode von Lemberg

Von Stalin liquidiert - das Ende der unierten Kirche in der Ukraine vor 70 Jahren

(Erdiözese Wien, Ordinariat für die katholischen Gläubigen des Byzantinischen Ritus in Österreich) Vor genau 70 Jahren wurde die ukrainische griechisch-katholische Kirche aufgelöst - und zwangsweise der orthodoxen Kirche von Russland einverleibt. Wie schon der Zar wollte auch Stalin keine papsttreue, mit Rom "unierte" Kirche neben der orthodoxen Landeskirche dulden.
Brutal verfolgt hat sie im Untergrund überlebt - und kann sich seit Gorbatschow und Perestrojka wieder frei entfalten. Für den Dialog zwischen Rom und Moskau ist allerdings ihre bloße Existenz eine schwere Belastung. Daher war auch jüngst das Treffen in Havanna von Papst Franziskus und Patriarch Kyrill eine echte Sensation. Beseitigt sind die Probleme damit aber längst noch nicht.
Markus Veinfurter beleuchtet die historische Entwicklung dieser "Sonderform" einer orthodoxen Kirche mit dem Papst als Oberhaupt. - Gestaltung: Markus Veinfurter


Die Sendung wurde im Ö1 Programm - Religion, am Mittwoch, 09.03.2016 um 16:00 in "Praxis – Religion und Gesellschaft" gebracht.

Um die Sendung zu hören, bitte diesem Link folgen: http://oe1.orf.at/konsole?show=ondemand
Minuten 27:52-39:00.

Sr. Vassa Larin: Is "Christian Unity" an Orthodox Concern?

Montag, 7. März 2016

Gebetsabend für Syrien und Irak in Salzburg


Orthodox Peace Fellowship: APPEAL FOR RECOGNITION OF THE 1946 LVIV ‘SYNOD’ AS A SHAM



APPEAL FOR RECOGNITION OF THE 1946 LVIV ‘SYNOD’ AS A SHAM

It is urgent for Orthodox Christians to recognize the terrible truth of March 10, 1946



On March 10, 1946, at Lviv, the Orthodox Church of Russia, under pressure from the Soviet government, forcefully integrated the Ukrainian Greek Catholic Church and claimed jurisdiction over it. When the participants in the synod on March 8 and 9, voted for the “reunification” of their Church with the Patriarchate of Moscow, all the Ukrainian Greek Catholic bishops were behind bars in prisons. The 216 priests and 19 laymen, assembled in the Cathedral of Saint George in Lviv by the NKVD, the ancestor of the KGB, were at the mercy of a “group of initiative” led by two Orthodox bishops, Antony Pelvetsky and Myhailo Melnyk, and an orthodox priest Gavril Kostelnyk. The archives reveal that it was Stalin himself who decided to eliminate the Ukrainian Greek Catholic Church in February 1945, twelve days after the Conference of Yalta with Winston Churchill and Franklin D. Roosevelt.

All serious historians and theologians have no doubts that the 8-10 March 1946 synod of the Ukrainian Greek Catholic Church at Lviv was only a sham. Bohdan Bociurkiw, who was a professor of history at Carleton University in Ottawa, wrote a comprehensive survey on this matter and it has never been contradicted. Pope Benedict XVI spoke of it in 2006, referring to it as a “pseudo-synod” which “seriously harmed Church unity”. Nicolas Lossky, a French Orthodox theologian who is a member of the Patriarchate of Moscow, also recognized that this was a false synod. Because of its suppression in 1946 and until 1989, the Ukrainian Greek Catholic Church, which counted more than 5 million adherents, became, in fact, both the principle victim and the principle force of opposition, within the borders of the USSR, to the Soviet regime. Thus we make an appeal to the present day Orthodox authorities in Russia and Ukraine and elsewhere, to recognize the invalidity of the tragic decisions of the council of Lviv.

The Orthodox Church of Russia as a whole cannot be held responsible for decisions taken by ecclesiastical authorities who were manipulated or terrorized by the NKVD-KGB. However we, as Orthodox Christians, living 70 years after the events, feel responsible for the culpable silence surrounding the destruction of this Church by the Soviet regime with the participation of the Patriarchate of Moscow. We know that millions of Orthodox Christians in the world firmly condemn the anti-religious persecutions of the Soviet government and of Joseph Djougachvili in particular.
Thus, on this commemorative day of March 10 1946 and on the eve of Sunday, March 13 2016, Sunday of the Great Pardon in the Orthodox liturgical calendar, we assure the Ukrainian Greek Catholic Church of our solidarity, of our prayers for all the innocent victims of this Church who were imprisoned, tortured, deported and assassinated by the Soviet government with the complicity of the Patriarchate of Moscow. We humbly ask their pardon for all the injustices they have suffered under the cover of the Orthodox Church and we bow down before the martyrs of this Ukrainian Greek Catholic Church.
  • Antoine Arjakovsky, Orthodox Christian, Paris
  • Andrey Chernyak, Orthodox Christian, Moscow
  • Taras Dmytryk, Orthodox Christian, Lviv
  • Jim Forest, Orthodox Christian, Amsterdam
  • Fr. George Kovalenko, Orthodox Christian, Kiev
  • Inga Leonova, Orthodox Christian, New York
  • Fr. Christophe Levalois, Orthodox Christian, Paris
  • Fr. Michael Plekon, Orthodox Christian, New York
  • Olga Sedakova, Orthodox Christian, Moscow
  • Constantin Sigov, Orthodox Christian, Kiev
  • Cyrille Sollogoub, Orthodox Christian, Paris
  • Daniel Struve, Orthodox Christian, Paris
  • Natallia Vasilevich, Orthodox Christian, Minsk
  • Bertrand Vergely, Orthodox Christian, Paris
  • Andri Yurash, Orthodox Christian, Kiev
For additional background, see the film “To Understand and to Forgive”:

70 Jahre Lviv Pseudo Sobor: TO UDERSTAND AND TO FORGIVE eng