Mittwoch, 8. Juni 2016

Wien: Katholiken und Orthodoxe diskutierten über den „Lviv Sobor‘ von 1946 (PRO ORIENTE)

Erstmals waren Fachleute aus beiden Konfessionsfamilien auf Einladung von „Pro Oriente“ zum Thema der umstrittenen Synode und ihrer Nachwirkungen versammelt – Begegnungen wie die Konferenz in Wien und Zusammenarbeit im Bereich von Bildung und Forschung sind entscheidende Elemente auf dem Weg zu einem gemeinsamen Narrativ über umstrittene Fragen der Geschichte der Christenheit
Bild von RISU
Wien, 05.06.16 (poi) Zum ersten Mal haben katholische und orthodoxe Fachleute über die umstrittene „Lemberger Synode“ (Lviv Sobor) von 1946 – mit der die ukrainische griechisch-katholische Kirche in die Katakomben gezwungen wurde – gemeinsam beraten. Die Konferenz kam auf Einladung von „Pro Oriente“ in Wien zustande; unter den Teilnehmern waren u.a. auch der ukrainische griechisch-katholische Bischof in Paris (und Leiter des Außenamts der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche), Borys Gudziak, und P. Hyacinthe Destivelle, der im Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen für die Beziehungen zur slawischen Orthodoxie zuständig ist.

Zum Abschluss der Konferenz wurde ein Pressekommunique veröffentlicht, in dem es wörtlich heißt: „Von 2. bis 4. Juni fand an der Universität Wien eine internationale Konferenz unter dem Titel ‚Auf dem Weg zu einem gemeinsamen Narrativ: Der ‚Lviv Sobor‘ von 1946 und seine Auswirkungen bis zur Gegenwart“ statt. Wissenschaftler aus Österreich, Kanada, Frankreich, Deutschland, Russland, der Ukraine, den USA und dem Vatikan – sowohl Orthodoxe aus verschiedenen Jurisdiktionen als auch Katholiken, des lateinischen wie des byzantinischen Ritus – waren von ‚Pro Oriente‘ in Zusammenarbeit mit dem ‚ Metropolitan Andrey Sheptytsky Institute of Eastern Christian Studies‘ eingeladen, die Umstände des ‚Lviv Sobor‘ aus unterschiedlichen Perspektiven zu analysieren.

Während der drei Tage präsentierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Referate und diskutierten historische, theologische und kirchenrechtliche Perspektiven der Ereignisse von 1946. Die Situation wurde im größeren Zusammenhang analysiert – ausgehend vom 19. Jahrhundert bis 1989. Bei der Diskussion der historischen Ereignisse stimmten die Teilnehmenden überein, dass politische und geopolitische Faktoren entscheidend waren und eine übertriebene Rolle bei der Planung und Durchführung des Sobor spielten, während theologische Fragen marginal waren und durch politische Ideologie überschattet wurden. Weiter auf PRO ORIENTE

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