Sonntag, 9. März 2014

PRO ORIENTE: ORTHODOXIE: Flammender Appell des Ökumenischen Patriarchen für Einheit der Orthodoxie



Bartholomaios I. zeichnete bei der Eröffnung der „Synaxis“ im Phanar ein dramatisches Bild der Situation der orthodoxen Kirche – Klares Votum des Ökumenischen Patriarchen für Mehrheitsprinzip bei einem Panorthodoxen Konzil

Istanbul, 06.03.14 (poi) Mit einem flammenden Appell zur Einheit der orthodoxen Kirche hat der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. am Donnerstag die von ihm einberufene Versammlung („synaxis“) der Oberhäupter der autokephalen (selbständigen) orthodoxen Kirchen im Phanar eröffnet. Die innere Einheit der orthodoxen Kirche sei eine fundamentale Voraussetzung dafür, der Welt von heute das Evangelium verkünden zu können, so der Patriarch. Die Orthodoxie habe eine „vollkommene Lehre von der Kirche“, aber „bisweilen weigern wir uns, sie anzuwenden“. Es gebe eine präzise, von den Ökumenischen Konzilen festgelegte Ordnung in der orthodoxen Kirche. Und doch werde den Außenstehenden bisweilen der Eindruck vermittelt, dass die Orthodoxen sich nicht einmal darüber einig sind, wer „der Erste“ unter ihnen ist. Es gebe „Zeichen der Auflösung“, bedauerte Bartholomaios I. Die orthodoxe Kirche habe zur Bewahrung ihrer Einheit kein anderes Instrument als die Synodalität. Daher sei jeder weitere Aufschub der Einberufung des Panorthodoxen Konzils (nach orthodoxer Zählung das 8. Ökumenische Konzil) eine „schwere Verletzung“ der Einheit.

Eingangs hatte der Ökumenische Patriarch ein dramatisches Bild der Situation der orthodoxen Kirche gezeichnet. „Ungestüme Veränderungen“ seien besonders in jener geographischen Region des Nahen Ostens spürbar, in denen die Kirche entstanden sei und geblüht habe. Hier dominiere die Gewalttätigkeit, die „oft im Namen der Religion“ alle Menschen bedrohe, die an Christus glauben. Die Verfolgung der Christen, die sakrilegische Zerstörung von Kirchen, die Entführung von Klerikern – „wie etwa die der beiden Metropoliten Boulos Yazigi und Mar Gregorios Youhanna Ibrahim“ – erfüllten ihn mit Kummer und Sorge, betonte Bartholomaios I. Angesichts dieser Phänomene, die die Existenz der Kirche bedrohen, müsse die ganze weltweite orthodoxe Kirche ihre „Stimme des Protests“ erheben. Weiter auf PRO ORIENTE

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