Dienstag, 25. März 2014

ÖKUMENE: Trauer um den syrisch-orthodoxen Patriarchen Ignatius Zakka I. Iwas (PRO ORIENTE)



Mit der Stiftung „Pro Oriente“ war der Patriarch von Antiochien besonders verbunden

Damaskus-Wien, 21.03.14 (poi) Der syrisch-orthodoxe Patriarch Ignatius Zakka I. Iwas ist am Freitagmorgen in Kiel im 81. Lebensjahr gestorben. Als „Patriarch von Antiochien und dem ganzen Orient“ war er der 121. Nachfolger des Heiligen Petrus. Bereits seit längerer Zeit war der Patriarch leidend. Seit dem 20. Februar befand er sich in Kiel in Spitalsbehandlung. Zeitpunkt und Ort des Begräbnisses stehen noch nicht fest. 
Überall in der syrisch-orthodoxen Kirche – die heute eine Weltkirche mit großen Gemeinden nicht nur in der nahöstlichen Heimat, sondern auch in Westeuropa, Nord- und Südamerika, Australien und Südindien ist – löste die Nachricht vom Tod des Patriarchen tiefe Trauer aus. Die Todesnachricht verstärkte die durch die Entführung des angesehenen und beliebten Metropoliten von Aleppo, Mar Gregorios Youhanna Ibrahim, vor fast einem Jahr ausgelöste traurige Grundstimmung. 

Mit der Stiftung „Pro Oriente“ war der syrisch-orthodoxe Patriarch eng verbunden. „Pro Oriente“-Präsident Johann Marte brachte in einem Schreiben an den Heiligen Synod der syrisch-orthodoxen Kirche die „tiefe und aufrichtige Anteilnahme“ der Stiftung am Heimgang des Patriarchen zum Ausdruck. Der Tod von Ignatius Zakka I. Iwas falle in eine Zeit „großen Leids und härtester Prüfungen der syrisch-orthodoxen Kirche und des syrischen Volkes“. Präsident Marte erinnerte in diesem Zusammenhang an die Entführung des syrisch-orthodoxen Metropoliten von Aleppo, Mar Gregorios Youhanna Ibrahim, der ein treuer Freund von „Pro Oriente“ ist. Wörtlich stellte der „Pro Oriente“-Präsident zum Tod des Patriarchen fest: „Wir schätzten ihn als einen ökumenisch offenen und aufgeschlossenen Oberhirten“.

Der erste Kontakt des späteren Patriarchen – der damals als Mar Severius Zakka Iwas noch Erzbischof von Bagdad und Basra war – mit „Pro Oriente“ erfolgte im Juni 1971 in Wien. Damals ging es um die Vorbereitung der inoffiziellen „Wiener Konsultationen“ zwischen katholischen und orientalisch-orthodoxen Theologen. Bei diesen Konsultationen gelang es, seit 1.500 Jahren bestehende „Missverständnisse“ zu überwinden. Mar Severius Zakka Iwas nahm persönlich an der 2. „Wiener Konsultation“ (1973) und an der 3. „Wiener Konsultation“ (1976) teil. Bei der von Kardinal Franz König zum Abschluss der 2. „Wiener Konsultation“ im Stephansdom zelebrierten Pontifikalmesse hielt er die Predigt. Wörtlich bezeichnete er damals die Gründung von „Pro Oriente“ als eine Gnade Gottes, damit das Gebet Jesu, „dass alle eins sein mögen“, in Erfüllung gehe. Bei der 3. „Wiener Konsultation“ im Jahr 1976 feierte Mar Severius in der syrisch-orthodoxen Kirche St. Ephrem in Wien-Lainz die Liturgie. Dieses Gotteshaus – die alte Lainzer Pfarrkirche – war zwei Jahre zuvor von Kardinal König an die syrisch-orthodoxe Gemeinde übergeben worden. 

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