Donnerstag, 6. März 2014

Frieden für die Ukraine Versammlung der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) in St. Antoni FR (http://www.bischoefe.ch)


Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) hat sich vom 3. bis 5. März 2014 in Burgbühl bei St. Antoni FR zur 303. Ordentlichen Versammlung getroffen.
Die Anwesenheit des ukrainischen griechisch-katholischen Bischofs Borys Gudziak hat die Versammlung der Schweizer Bischofskonferenz auf besondere Weise geprägt. Sein Zeugnis von den dramatischen Ereignissen in der Ukraine gab den Bischöfen einen bewegenden Einblick in das Leid und die Hoffnungen der Menschen eines Landes, das in der Zeit vom 1. Weltkrieg bis 1989 über 17 Millionen Menschen durch unnatürlichen Tod (Krieg, künstliche Hungersnot, Verfolgung) verloren hat.

Bischof Gudziak, in der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche für die ausländischen Beziehungen zuständig, ist Augenzeuge der Besetzung des Maidan-Platzes in Kiew, wo er vor grossen Menschenmengen gesprochen hat. Er machte den Schweizer Bischöfen deutlich, dass die Kundgebungen auf dem Maidan moralische Prinzipien verteidigen, nicht die Interessen von Parteien. Prinzipien, für die auf dem Maidan bereits rund hundert Menschen ihr Leben gelassen haben.
Im Laufe der über drei Monate, die die Besetzung des Platzes bisher dauert, haben Millionen von Menschen an den Kundgebungen teilgenommen, die aus der ganzen Ukraine hierher geströmt sind. Für Bischof Gudziak ist der grösste Erfolg des „Maidan“, dass mit ihm in der Ukraine der Übergang von einer Kultur der Angst zu einer Kultur der Würde möglich wurde. Der Verzicht auf Gewalt ist konstitutiver Teil des Erfolgs des „Maidan“. Von grosser Bedeutung ist die Präsenz der Kirchen und Religionsgemeinschaften auf dem Maidan. In jeder Nacht findet stündlich eine ökumenische Andacht statt und auch tagsüber sind die Konfessionen sehr präsent. Koordiniert werden die Gebete vom Gesamtukrainischen Rat der Kirchen und religiösen Organisationen, dessen Programm mit vier Punkten auf dem Maidan verfolgt wird: 1) Die Regierung soll auf das Volk hören, 2) keine Gewalt, weder von der Regierung noch von den Demonstranten, 3) keine Spaltung des Landes herbeireden, 4) Dialog.

Die Schweizer Bischöfe rufen, dem Beispiel von Papst Franziskus folgend, alle Menschen guten Willens auf, um Frieden in der Ukraine zu beten. Es gilt jede Initiative zur Förderung des Dialogs und des Gewaltverzichts zu unterstützen. http://www.bischoefe.ch

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