Montag, 24. Februar 2014

Landesweit Trauergottesdienste – Wiedervereinigung der Orthodoxen? (RADIO VATIKAN)




Mit Trauergottesdiensten hat die Bevölkerung in der ganzen Ukraine am Sonntag der mehr als 80 Toten der Straßenschlachten zwischen Polizisten und Demonstranten gedacht. Das Oberhaupt der von Moskau abgespaltenen orthodoxen Kirche des Kiewer Patriarchats, Filaret, betonte, dass die Menschen ihre Feinde lieben sollten. In einem TV-Interview sprach er sich aber für eine Bestrafung der Täter aus. Alle müssten sich für ihre Taten verantworten. Filaret schlug der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats zugleich eine Wiedervereinigung beider Konfessionen vor. Angesichts der aktuellen Tragödie wünsche er sich, dass beide Kirchen ihre seit mehr als 20 Jahren andauernde Teilung überwinden würden. Dieser Schritt würde auch die Bevölkerung einigen.

Im Zuge der 1991 erlangten Unabhängigkeit des Landes von der Sowjetunion hatte sich ein großer Teil der orthodoxen Kirche vom Moskauer Patriarchat getrennt und ein Kiewer Patriarchat gegründet. Damit sollte der Einfluss Moskaus zurückgedrängt werden. Theologische Unterschiede standen nicht im Vordergrund. Das Schisma löste einen erbitterten Kampf um Kirchengebäude im ganzen Land aus. Wegen der Kirchenspaltung exkommunizierte ein russisch-orthodoxes Bischofskonzil den Kiewer Patriarchen Filaret und belegte ihn zudem mit dem strengsten Kirchenbann, dem Anathema. Zu beiden Kirchen bekennen sich laut Umfragen ungefähr gleich viele Menschen. Die Kirche des Moskauer Patriarchats hat allerdings deutlich mehr Pfarreien.



Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/02/23/landesweit_trauergottesdienste_%E2%80%93_wiedervereinigung_der_orthodoxen/ted-775819
des Internetauftritts von Radio Vatikan

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