Donnerstag, 16. Januar 2014

„Das Kulturministerium versteht die große Sendung der Kirche nicht“, – P. Ihor Yatsiv (UGKK)

„Dieser Brief war für uns eine totale Überraschung. Wir waren alle erstaunt. Etwas Ähnliches konnten wir noch in der Sowjetunion erwarten, bis 1989, als die Ukrainische Griechisch-Katholische Kirche legalisiert wurde. Aber doch nicht heute, im unabhängigen ukrainischen Staat“, - erklärte P. Ihor Yatsiv, der Leiter der Nachrichtenabteilung der UGKK, während der Sendung „Sondermeinung“ im Fernsehsender TVI.

Es sei hier daran erinnert, dass die Kurie der UGKK am 6. Januar einen Brief vom Kulturministerium der Ukraine erhalten hat, welcher die Unterschrift des stellvertretenden Ministers Tymofiy Kokhans trägt und in dem von einer möglichen „Berührung der Frage über die Einstellung der Tätigkeit der entsprechenden religiösen Organisationen vor Gericht“ die Rede war, und zwar wegen der religiösen Tätigkeit auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew im Dezember des vergangenen Jahres und Anfang Januar 2014.
„Die UGKK hat niemals zum Ungehorsam, zur Spaltung der Ukraine, zum Separatismus oder zur Feindschaft zwischen den Konfessionen aufgerufen“, – betonte P. Yatsiv. „Im Gegenteil, diejenigen Priester, welche auf dem Maidan anwesend sind, wachen über die innere Ruhe eines jeden Menschen. Es ist für uns sehr wichtig, dass der Maidan ein friedlicher Protest bleibt.“ „Das Kulturministerium versteht die große Sendung unserer Kirche einfach nicht“, - so seine Überzeugung.
Der Vertreter der UGKK betonte, dass alle griechisch-katholischen Priester nur auf ihren eigenen Wunsch auf dem Maidan anwesend seien. „Es gibt jene, die das von Zeit zu Zeit tun, aber auch welche, die nur für ein Paar Tage zur Erholung heimfahren, und auch solche, die überhaupt nicht hinfahren, aber auch welche, die tagsüber schlafen, und dann die ganze Nacht über auf dem Maidan stehen, weil es nachts am gefährlichsten ist“, – erzählte P. I. Yatsiv. „Aber wir mischen uns in die Politik nicht ein. Natürlich hat ein Priester als Bürger seine Meinung, aber er äußert sie in der Wahlkabine und nicht vom Ambo. Gleichzeitig ist die Kirche – egal, wie irgendjemand dazu steht – ein integraler Teil der Zivilgesellschaft“, – unterstrich der Priester.
Der Leiter der Nachrichtenabteilung der UGKK betonte, dass es in der Ukraine c. 5 Millionen Gläubige der UGKK gebe. „Seit 1989 fühlen wir uns in der Ukraine zu Hause, daher verstehen wir die Voraussetzungen für das Erscheinen dieses Briefs absolut nicht“, – erklärte er.
ukrainisch-griechisch-katholische Kirche

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