Mittwoch, 23. Oktober 2013

WIEN: Metropolit Arsenios: „Ökumene in Österreich auf gutem Weg“ (PRO ORIENT)


Orthodoxer Metropolit skizzierte vor den Grabesrittern die Geschichte der griechischen Präsenz im Bereich des
heutigen Österreich – „Reiches kulturelles Erbe bewahren, um Beziehungen zwischen Österreich und Griechenland zu stärken“

Wien, 22.10.13 (poi) Er freue sich, dass die Ökumene in Österreich auf gutem Weg ist. Dies betonte der orthodoxe Metropolit von Austria, Erzbischof Arsenios (Kardamakis), am Montagabend bei einem Vortrag vor der Komturei Wien des Grabesritter-Ordens. Metropolit Arsenios skizzierte vor den Mitgliedern des Ordens die Geschichte der griechischen Präsenz im Bereich des heutigen Österreich. Nach Angaben des Metropoliten leben derzeit rund 35.000 Griechen in Österreich. Es liege an den griechischen Gemeinden und der griechisch-orthodoxen Kirche, „in Zukunft das reiche historische und kulturelle Erbe zu bewahren“, um Brücken der Kommunikation zu bauen und die Beziehungen zwischen Österreich und Griechenland zu stärken. 

Metropolit Arsenios verwies vor den Grabesrittern auf Fakten, die im österreichischen Bewusstsein wenig verankert sind. So bezeugen in Carnuntum freigelegte griechische Inschriften des 1. bis 3. Jahrhunderts die Anwesenheit von Griechen im Bereich des heutigen Österreich bereits in römischer Zeit. Im Mittelalter kam es zu Heiratsverbindungen oströmischer Prinzessinnen mit Babenbergern. Herzog Heinrich II. („Jasomirgott“) verehelichte sich im Jahr 1148 in der Hagia Sophia in Konstantinopel mit Theodora Komnena, einer Nichte von Kaiser Manuel I. Herzog Leopold VI. schloss – wahrscheinlich im Jahr 1203 – in Wien den Bund der Ehe mit Theodora aus dem Geschlecht der Angeloi, einer Enkelin von Kaiser Alexios III. 

Nach dem Ende von Byzanz gibt es erst im 17. Jahrhundert gesicherte Angaben über die griechische Präsenz in Wien. Die Ansiedlung griechischer Händler, die osmanische Untertanen waren, begann im wesentlichen nach der Zweiten Türkenbelagerung von 1683. Die Basis bildeten die mit den Friedensverträgen zwischen Habsburgern und Osmanen verbundenen Zoll- und Handelsabkommen. Metropolit Arsenios verwies darauf, dass die griechischen Unternehmer rasch zu führenden Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens wurden. Von grundlegender Bedeutung für die Bewahrung der religiösen und nationalen Identität der Griechen sei die Gründung von Kirchengemeinden mit allen dazugehörigen Institutionen geworden. In Wien wurden zwei Bruderschaften als Vereinigungen von Laien zur Verwirklichung kirchlicher Ziele begründet. Die ältere der beiden Bruderschaften – die zum Heiligen Georg – umfasste die Griechischen osmanischer Staatsangehörigkeit. Später entstand auch die Bruderschaft zur Heiligsten Dreifaltigkeit der orthodoxen Griechen österreichischer Staatsangehörigkeit. Zwischen den beiden Bruderschaften kam es zu einer ernsten Entfremdung, das einzig Gemeinsame blieb über lange Zeit das gemeinschaftliche Eigentum an der griechischen Abteilung des Friedhofs St. Marx, wo von 1784 bis 1886 die meisten orthodoxen Christen begraben wurden. Weiter auf PRO ORIENTE

Das Oberhaupt der UGKK: „Bereits vor 1150 Jahren begriffen Kyrillos und Methodios, wie wichtig die slawische Christenheit ist“ (UGKK)


„Vor den Bischöfen der Katholischen Ostkirchen Europas steht eine große und komplizierte Aufgabe – die Neuevangelisierung des alten christlichen Europas, welches heutzutage seine christlichen Wurzeln vergisst“, – erklärte der Vater und das Oberhaupt der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche, Seine Seligkeit Sviatoslav (Shevchuk), beim Treffen der griechisch-katholischen Bischöfe Europas in Košice (Slowakei) anlässlich des 1150-jährigen Jubiläums der Mission der heiligen Kyrillos und Methodios.

Der Vorsteher der UGKK erzählte, dass die Bischöfe u. a. davon sprachen, dass „eine Trennung zwischen der Gesellschaft und dem christlichen Glauben dazu führt, dass die Gesellschaft zu sterben beginnt und die so genannte Pseudokultur des Todes errichtet“.
„Ein Mensch, der sich von Gott trennt, erkrankt, er beginnt zu verfallen, zu leiden und zu sterben. Um eine neue Zukunft für Europa zu zeigen, insbesondere für das vereinte Europa, damit es nicht stirbt und keine Todeskultur errichtet, verkünden die griechisch-katholischen Bischöfe Europas gemäß ihrer christlichen Tradition, der Tradition ihrer Kirchen, die Frohbotschaft des Lebens. Denn der christliche Glaube ist die Kunst zu leben, in der Fülle zu leben, die Fülle des Lebens findet man aber nur in Christus“, – betonte das Oberhaupt der UGKK.
Außerdem erinnert S. S. Sviatoslav daran, dass vor genau 1150 Jahren die heiligen Kyrillos und Methodios nach Großmähren gekommen waren. „Ihre Mission beinhaltet eine sehr wichtige Idee und eine große Bedeutung für die heutige Ukraine, insbesondere für die Kiewer Kirche. Denn diese ruhmreichen Lehrer der Slawen begriffen, dass neben den alten Zentren des Christentums – Rom und Konstantinopel – ein neuer wichtiger Faktor des christlichen Lebens zu entstehen beginnt – die slawische Welt. Später wurde die Kiewer Christenheit zum Höhepunkt, einem neuen Zentrum jener slawischen Welt“, – so der Vorsteher unserer Kirche.
„Also, sollen wir, die Erben der Kiewer Kirche, diese Komponente von Kyrillos und Methodios in unserer christlichen Identität für uns entdecken“, – fasste S. S. Sviatoslav zusammen.
Wir erinnern daran, dass das diesjährige Treffen der griechisch-katholischen Bischöfe Europas in der slowakischen Stadt Košice stattfand. Das Hauptthema der Konferenzen und Diskussionen war die Aufgabe der Christen in Europa, insbesondere der Bischöfe in Osteuropa – das Wort Gottes in der heutigen Kultur zu verkünden.