Mittwoch, 4. Dezember 2013

Türkei: Kritik an Plänen zur Moschee-Umwandlung der Hagia Sophia (KATHWEB)


Gerüchte über die Rückumwandlung der Hagia Sophia in Istanbul in eine islamische Kultstätte lassen in der Türkei bei Christen die Wogen hochgehen. "Es ist unvorstellbar, dass sie zur Moschee wird, auch wenn andere laisierte Bauwerke von der türkischen Republik verändert wurden, die bislang unantastbar schienen", so der Dominikanerpater Alberto Fabio Ambrosio, der seit zehn Jahren in Istanbul lebt und als einer der wichtigsten christlichen Forscher des mystischen Islams gilt, laut der päpstlichen Stiftung Kirche in Not Österreich. Vor allem religiöse und nationalistische Gruppen würden sich für eine Umwandlung des früheren Gotteshauses stark machen.



Angeregt habe die Rückumwandlung des Gebäudes der türkische Vize-Premierminister Bülent Arinc, der sich dafür aussprach, die Hagia Sophia wieder für muslimische Gläubige zu öffnen. "Es herrscht die weit verbreitete Meinung, dass Arinc kurz vor dem Rücktritt steht und eine neue Partei gründen möchte", so Ambrosio. Mit der Forderung, die frühere Kirche wieder für muslimische Gläubige zu öffnen, erhoffe sich der Vizepremier vor allem Erfolg bei religiösen oder nationalistischen Wählern.

Die 532 errichtete byzantinische Basilika war 1453 in eine Moschee und schließlich 1935 in ein Museum umgewandelt worden, das heute jährlich von Millionen Touristen besucht wird und hohe symbolische Bedeutung besitzt. Die Rückumwandlung in eine Mosche komme jedoch einem "Eklat" gleich, so der Dominikanerpater.

Auch andere bedeutende frühere byzantinische Gotteshäuser in der Türkei sollen laut Medienberichten in Moscheen umgewandelt werden: Die Hagia Sophia in Iznik (Nicäa) ist darunter, sowie das bedeutenste byzantinische Kloster Konstantinopels, das Studionkloster in der Istanbuler Altstadt. Bei der Hagia Sophia von Trabzon wurde die Umwandlung bereits 2012 vollzogen.

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Dieser Text stammt von der Webseite http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/59153.html des Internetauftritts der Katholischen Presseagentur Österreich.


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