Samstag, 23. November 2013

„Die Opfer des Holodomor wurden nicht nur ihres Rechtes auf Leben, sondern auch ihres Rechtes auf Gedenken beraubt“, – das Oberhaupt der UGKK

Diesen Gedanken äußerte Seine Seligkeit Sviatoslav (Shevchuk) in einem Interview für die italienische Internnetzeitung „Vatican Insider“ – die weltweit führende Informationsquelle über das Leben der Katholischen Kirche

Im Gespräch mit dem berühmten Vatikanista Andrea Tornielli erzählte das Oberhaupt der UGKK über den ökumenischen Dialog, den Einfluss, welchen Papst Franziskus auf die ukrainischen Christen habe und über den 80. Jahrestag des Holodomor von 1932-33.
„Leider sind die Christen in der Ukraine untereinander gespalten. Sehr oft verstehen die Orthodoxen Kirchen den Sinn unserer Existenz nicht, sie halten uns für ein geopolitisches Projekt der Vergangenheit. Aber es gibt auch positive Zeichen: viele Christen sind der Teilung müde und sie trachten nach der Einheit: es wächst eine ökumenische Bewegung von unten“, – so der Vorsteher der UGKK. Seiner Meinung nach, könne die Ökumene nicht nur eine Sache der Diplomaten und Politiker und ein Diskussionsthema für einen engen Theologenkreis bleiben: „Wir müssen die Ökumene in unseren Pfarreien verkünden und unsere Gläubigen lehren, nichts zu tun, was unseren Nächsten schaden könnte. Die Seelsorger und die Beichtväter sollten anfangen, die Ökumene in den Pfarreien zu predigen“. S. S. Sviatoslav fügte hinzu, dass die christlichen Kirchen in der Ukraine „abseits von der weltweiten Ökumenischen Bewegung stehen, und sie in diesem Prozess fast „eingefroren“ sind. Gleichzeitig gab er zu, dass „die Katholiken in der Ukraine gerade erst begonnen haben, das Zweite Vatikanische Konzil umzudenken“.     
Als er vom Journalisten nach dem Einfluss gefragt wurde, welchen Papst Franziskus auf die Gläubigen in der Ukraine habe, erzählte das Oberhaupt der UGKK, dass „seine Einfachheit und seine Fähigkeit, zusammen mit den Menschen zu sein, den größten Eindruck machen. Sehr oft werden die Bischöfe verschiedener ukrainischer Kirchen beschuldigt, einen übermäßig reichen Lebensstil zu pflegen, dass sie eine Kirche für die Reichen geschaffen haben. Papst Franziskus ist ein Zeuge für die Kirche, welche den Menschen nahe ist, insbesondere den Armen, und welche das Evangelium Christi verkündet“.
Auf das Thema des 80. Jahrestags des Holodomor in der Ukraine angesprochen, betonte der Vorsteher der UGKK die Wichtigkeit der geschichtlichen Erinnerung an diese schreckliche Tragödie, denn „die Opfer dieses schrecklichen Holodomors wurden auch ihres Rechtes auf ihr Gedenken beraubt. Ich wollte präzisieren, dass es sich um keine Hungersnot handelt, die durch Naturkatastrophen verursacht wurde… Es war eine künstlich hervorgerufene Hungersnot, eine billige Massenvernichtungswaffe, ein Verbrechen, bei Erinnerung an welches auch heutzutage uns das Blut in den Adern gefriert. Damals verkauften die Kommunisten das Getreide an westliche Länder, wobei einige davon sich dessen bewusst waren, dass dies der Todespreis von verhungernden Menschen war. Ich glaube daran, dass die Ehrung der Opfer dieser großen Tragödie uns die Möglichkeit bieten wird, auch auf eine internationale Gerechtigkeit zu hoffen“. news.ugcc.org.ua

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