Mittwoch, 10. Juli 2013

BULGARIEN: Trauer um den Metropoliten von Varna (PRO ORIENTE)

Die Leiche des Bischofs wurde am Strand des Schwarzen Meers gefunden – Er hatte im September 2006 gemeinsam mit der Stiftung „Pro Oriente“ in Varna eine internationale Tagung zum Thema „Bulgarien auf dem Weg“ veranstaltet


Sofia-Wien, 10.07.13 (poi) Die Stiftung „Pro Oriente“ ist tief betroffen über den Tod des bulgarisch-orthodoxen Metropoliten von Varna, Kyrill (Petrov Kovacev). Die Leiche des Metropoliten war am Dienstag am Strand im Stadtteil Trakata entdeckt worden. Die bulgarischen Sicherheits- und Justizbehörden untersuchen die Umstände des Todes des Metropoliten, bisher gibt es keine Hinweise auf Fremdverschulden. „Pro Oriente“-Präsident Johann Marte erinnerte am Mittwoch daran, dass der Metropolit im September 2006 gemeinsam mit der Wiener Stiftung in Varna eine internationale Tagung zum Thema „Bulgarien auf dem Weg. Kirche – Staat - Gesellschaft“ veranstaltet hatte. Eine 25-köpfige Delegation der Stiftung mit Kardinal Christoph Schönborn an der Spitze war aus diesem Anlass in Varna. Die österreichische Delegation wurde damals in Sofia im Gebäude des Heiligen Synods von Metropolit Kyrill im Auftrag des Patriarchen Maksim empfangen und traf mit zahlreichen Persönlichkeiten des kirchlichen und öffentlichen Lebens zusammen. Mit den Theologischen Fakultäten in Sofia und Veliko Tarnovo, die großes Interesse an einer Kooperation zeigten, wurden Kontakte geknüpft. 

Gegen den Metropoliten hatte es im Frühjahr 2012 eine Medienkampagne gegeben. U.a. wurde die Fehlnachricht verbreitet, er habe bei der Feier der Göttlichen Liturgie öffentlich erklärt, er werde „nicht später als Ostern“ zurücktreten. Zuvor war der Metropolit bereits als einer der bulgarischen Bischöfe bezeichnet worden, die mit dem früheren kommunistischen Staatssicherheitsdienst (DS) zusammengearbeitet hätten. 

Nach dem Tod von Patriarch Maksim im November 2012 wurde Metropolit Kyrill zum Locum tenens gewählt. Dabei gab es zunächst Widerstände, weil behauptet wurde, er habe die absolute Mehrheit verfehlt. Später wurde seine Wahl bestätigt.

Der 59-jährige Metropolit stammte aus Carev Brod. 1972 erhielt er die Mönchsweihe, seine Studien absolvierte er u.a. in Athen. 1980 wurde er Protosynkellos (Generalvikar) der Eparchie Sliven, 1981 bis 1986 war er Vertreter des bulgarischen Patriarchats in Moskau, 1987 bis 1989 war er Sekretär des Heiligen Synods, 1988 wurde er zum Bischof geweiht. Die Ernennung zum Metropoliten von Varna erfolgte im Jahr 1989, 1994 übernahm er den Vorsitz des Wirtschaftsrates des Heiligen Synods. http://www.pro-oriente.at

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen