Dienstag, 2. Juli 2013

ÄGYPTEN: Tawadros II.: „Das Land von Gewalt fernhalten“ (PRO ORIENTE)

Aufruf zum Gebet und Verweis auf die Ägypten-Passagen beim Propheten Jesaja

Kairo, 01.07.13 (poi) Der koptische Papst-Patriarch Tawadros II. hat am Sonntag – vor, während und nach den großen Demonstrationen gegen die Machtausübung der Muslim-Brüder und ihrer Verbündeten – an die Ägypter appelliert, das Land von “Gewalt und tätlichen Angriffen“ fernzuhalten und politischen Meinungen mit friedlichen Mitteln zum Ausdruck zu bringen. "Ägypten braucht heute jeden einzelnen Ägypter! Wir müssen nachdenken, diskutieren und unsere Wünsche für unsere Nation gemeinsam ausdrücken, doch ohne Gewalt, Feindschaft oder Blutvergießen", so der Papst-Patriarch in einer seiner Botschaften. Kurz darauf rief er über Twitter zum Gebet für Ägypten auf und erinnerte an die Passagen im Buch Jesaja, wo Gott die Rettung Ägyptens und seiner Bewohner verspricht.

Bereits am 18. Juni hatte Tawadros II. in einem Interview mit dem Chefredakteur der „MidEast Christian News“ (MCN), William Wessa, im Hinblick auf die Drohungen von islamistischer Seite gegen die Teilnahme von Kopten an den für 30. Juni angekündigten Demonstrationen betont, er habe keine Macht, Christen davon abzuhalten, ihre politische Verantwortung auszuüben. Jeder Mensch habe das Recht, die Situation auf seine Weise und in Übereinstimmung mit seinem Gewissen zu sehen, daran könne auch die Kirche niemand hindern. Der Papst-Patriarch bezeichnete die islamistischen „Warnungen“ an die Kopten als „unangebracht“. Die „unverantwortlichen und unhöflichen Sprüche“ der Islamisten stellten eine „Verletzung des gesellschaftlichen Friedens“ dar.

In dem MCN-Interview führte Tawadros II. die zunehmenden Attacken auf Kopten auf die Instabilität im Land zurück, die eine Konsequenz der Gesetzlosigkeit und der mangelnden Verfolgung von Straftätern sei. Man müsse aber einräumen, dass das Phänomen der Entführungen und Übergriffe Menschen aus allen Gesellschaftsschichten und religiösen Gruppen betreffe. Im Zusammenhang mit der herrschenden Instabilität und Gesetzlosigkeit müsse aber auch der zunehmende Missbrauch des Vorwurfs der „Schmähung des Islam“ gesehen werden. Dieser – „früher in Ägypten ganz ungebräuchliche“ – Vorwurf werde immer wieder eingesetzt, um Kopten aus einer beruflichen Position zu vertreiben oder sie ihres Eigentums zu berauben. Weiter auf PRO ORIENTE

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