Dienstag, 9. Juli 2013

ÄGYPTEN: Koptisch-katholischer Patriarch: „Das Land ist auf dem richtigen Weg“ (PRO ORIENTE)



Kairo, 04.07.12 (poi) “Das ägyptische Volk hat friedlich seine Heimat wiedergewonnen. Auf diese Weise hat es der Welt gezeigt, dass es ein zivilisiertes Volk ist – trotz der großen Probleme, mit denen es sich auseinandersetzen muss“: Mit diesen Worten beschrieb der koptisch-katholische Patriarch Ibrahim Isaac Sidrak am Donnerstag im Gespräch mit der vatikanischen Nachrichtenagentur „Fides“ die Situation in Ägypten nach der Absetzung von Präsident Mursi. Der Patriarch unterstützt die „roadmap“, die zur Überwindung der politischen Krise und der Instabilität Ägyptens entworfen wurde. Wörtlich sagte Sidrak: ´“Verschiedene Signale zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Fehler des Jahres 2011 werden nicht wiederholt werden, als man in der Euphorie über das politische Ende Mubaraks alles Übrige aus dem Blick verloren hat und viele Dinge unbestimmt blieben“. Diesmal seien die nächsten Schritte gut vorbereitet, nach der Angelobung des Interimspräsidenten Adly Mansour werde man Schritt für Schritt die demokratische Ordnung voll wiederherstellen.

Zweifellos sei die wirtschaftliche Situation in Ägypten Besorgnis erregend, die Menschen könnten auf diesem Hintergrund leichter durch die Sirenentöne der Propaganda manipuliert werden, so der koptisch-katholische Patriarch. Die militanten Anhänger Mursis seien sich bewusst, verloren zu haben und das könne Rachegefühle auslösen. Man müsse die Muslimbrüder überzeugen, dass auch für sie Platz im Land sei, die Voraussetzung dafür sei aber, „dass sie sich als Ägypter benehmen“. Das Volk habe unter Mursi ein „schwarzes Jahr“ erlebt und werde nie mehr zulassen, dass diese Herrschaft zurückkehrt. Aber es gebe es auch viele Mitbürger, die den radikalen Überzeugungen der Muslimbrüder anhängen. Daher solle man die Muslimbrüder nicht von der politischen Bühne verbannen, aber sie müssten „wie eine politische Partei“ agieren, die die demokratischen Spielregeln respektiert. Sidrak: „Jeder kann seinen religiösen Glauben in der Kirche oder in der Moschee leben, aber er darf nicht versuchen, die religiösen Vorschriften durch Gesetz den anderen aufzuzwingen“.

Islamisten attackieren katholisches Gotteshaus

Als Racheakt für die Entmachtung Mursis ist es in Delgia, einem Dorf im Gouvernement Minya, zu einem Brandanschlag von Islamisten auf die örtliche katholische Kirche und das Pfarrhaus gekommen. Die Islamisten raubten das Pfarrhaus aus und setzten Kirche und Pfarrhaus in Brand. Der Bischof von Minya, Kamal Fahim Awad (Boutros) Hanna, teilte mit, es habe “Gott sei Dank keine Toten und Verletzten gegeben”, aber der Alarmzustand dauere an. Die Islamisten hätten alle Zugänge zum Dorf blockiert, den ganzen Tag höre man Sprechchöre gegen die Christen, die örtliche Polizei sei hilflos. Er habe in Kairo angerufen, um ein Eingreifen der Armee zu erreichen, so der Bischof. http://www.pro-oriente.at/?site=ne20130704174954

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