Donnerstag, 13. Juni 2013

SYRIEN: „Schlimmste humanitäre Katastrophe seit 1945“ (PRO OREINTE)

Griechisch-katholischer Erzbischof von Aleppo beschreibt seine Heimat als „Land, das nur noch aus Trümmern besteht“

Damaskus, 12.06.13 (poi) Die syrische Tragödie nimmt immer düsterere Farben an. Nach Ansicht von Beobachtern handelt es sich um die schlimmste kriegerische Auseinandersetzung und humanitäre Katastrophe seit 1945, die dramatische Notsituation führe zu einer sich ständig steigernden Radikalisierung, in der die Menschlichkeit auf der Strecke bleibt. Der melkitische griechisch-katholische Erzbischof von Aleppo, Jean-Clement Jeanbart, äußerte sich in einem Interview mit der vatikanischen Nachrichtenagentur „Fides“ besorgt und traurig, denn er sehe „ein Land, das nur noch aus Trümmern besteht“ und wo es „Gewalt, schreckliche Morde an Zivilisten, an Frauen und Kindern gibt, Morde, die das Gesicht des syrischen Volkes entstellen“: „Wir sehen nur noch Chaos und Verwüstung in einem Konflikt, bei dem alle verlieren. Für dieses entstellte Land, dessen Zivilbevölkerung abgeschlachtet wird, fordert Papst Franziskus Dialog und Aussöhnung. Es sind dringend konkrete Schritt notwendig und wir hoffen, dass es zu einer politischen Lösung des syrischen Konflikts kommen wird“. Der Erzbischof erinnerte daran, dass Papst Franziskus kürzlich beim Angelusgebet „Tod, Zerstörung, die riesigen ökonomischen und ökologischen Schäden in Syrien“ beklagt hatte. Insbesondere sei der Papst auch auf die „Plage der Entführung von Personen“ eingegangen: „Er hat die Familienangehörigen seiner Solidarität versichert und an die Entführer appelliert, die Geiseln freizulassen“. 

Was das Schicksal der beiden entführten Aleppiner Metropoliten und zweier Priester anbelangt, sagte der Erzbischof: „Wir haben keine Neuigkeiten, wir wissen nichts und auch dies ist eine Folge des hier herrschenden Chaos“. Angesichts des unsäglichen Leids sei zu befürchten, dass „christliche Gläubige auch künftig das Land auf der Suche nach einem würdigeren Leben verlassen werden“: „Es gibt weder Waren noch Treibstoff oder Strom und oft fehlen auch Lebensmittel. Doch am meisten Sorge bereitet, dass die Zukunft zunehmend finster erscheint. Wenn die Zukunft für uns Christen und für alle Syrer nicht auf den gleichen staatsbürgerlichen Rechten, auf Freiheit und Würde und auf gegenseitiger Achtung gründet, was wird dann geschehen?“ 

Bischof Vera Lopez besucht Syrien

Eine der führenden Gestalten des katholischen Weltepiskopats im Bereich des Einsatzes für die Menschenrechte, der mexikanische Bischof Raul Vera Lopez, ist mit einer Delegation von zwölf Beobachtern nach Syrien gereist, um dort Informationen über Verstöße gegen die Menschenrechte zu sammeln. Raul Vera Lopez war Koadjutor von San Cristobal de Las Casas, als die von den Auseinandersetzungen um den Aufstand der Zapatisten erschütterte Diözese im mexikanischen Staat Chiapas von Bischof Samuel Ruiz Garcia geleitet wurde. Seit 2000 leitet Vera Lopez die Diözese Saltillo im Nordosten Mexikos. 2012 war er für seine Verdienste um den Schutz der Menschenrechte für den Nobelpreis nominiert. Weiter auf PRO ORIENTE

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