Montag, 10. Juni 2013

(METROPOLIS VON AUSTRIA) Metropolit Arsenios: Zweites Vatikanisches Konzil hat auch für Orthodoxe Kirche Bedeutung


InnsbruckAm Donnerstag, 6. Juni, hielt Metropolit Arsenios in Innsbruck einen Vortrag über das Zweite Vatikanische Konzil aus orthodoxer Perspektive. Das Konzil sei zwar in erster Linie ein großes Ereignis der römisch-katholischen Kirche gewesen, habe jedoch auch für die anderen christlichen Kirchen Bedeutung, betonte der Metropolit. Als hochrangiger Vertreter der römisch-katholischen Kirche war Bischof Manfred Scheuer unter den Zuhörern.
Tatsächlich war das Interesse am Zweiten Vatikanum auch in der Orthodoxie groß, trotz der nicht einheitlichen Reaktion der Orthodoxen Kirchen der römisch-katholischen Einladung gegenüber, Beobachter zum Konzil zu schicken. Der damalige Ökumenische Patriarch Athenagoras sei dem Konzil gegenüber stets positiv eingestellt gewesen, so Metropolit Arsenios. Auch viele orthodoxe Theologen hätten sich gleich nach der Ankündigung des Zweiten Vatikanums an dessen Diskussionen und den Dokumenten interessiert gezeigt.
Metropolit Arsenios wörtlich: „Obwohl dieses Zweite Vatikanum in erster Linie die römisch-katholische Kirche betrifft, hat es eine sehr große Bedeutung für alle christlichen Kirchen sowie für die Ökumene. Noch konkreter befasste sich das Zweite Vatikanum mit der Orthodoxen Kirche. Seine Beschlüsse, die neue Diskussionen eröffnet haben, müssen also nicht nur von katholischer Seite bewertet und kommentiert werden, was geschehen ist und heute wieder 50 Jahre danach geschieht, sondern auch von den nicht römisch-katholischen Theologen und schließlich noch intensiver auch in einer gemeinsamen, ökumenischen Verantwortung.“
Der Metropolit führte weiters aus, dass das Zweite Vatikanum vor allem einen neuen Geist hat wehen lassen, „den Geist der Begeisterung, der Freude, der Offenheit, der Erneuerung, der Hoffnung und der realen Perspektiven und dass es gilt, gerade diesen Geist des Zweiten Vatikanums wieder zu entdecken und die ökumenischen Öffnungen wieder in Erinnerung zu rufen“.
Abschließend brachte Metropolit Arsenios seine Zuversicht zum Ausdruck, dass die Kirchen auch mit dem neuen Papst Franziskus den ökumenische Dialog fortsetzen und intensivieren werden. Alle Anzeichen, vor allem auch die persönliche Begegnungen von Patriarch Bartholomaios mit Franziskus, würden dafür sprechen. Für den verstärkten Dialog sei also der Weg offen.
Im Anschluss an seinen Vortrag stellte sich Metropolit Arsenios auch den Fragen aus dem Publikum.
Der Metropolit war an diesem Tag auch Gast des Bischofs Manfred Scheuer. Vor dem Vortrag gab es eine Stadtbesichtigung, bei der u.a. der Innsbrucker Dom und die Jesuitenkirche auf dem Programm standen. Weiter auf http://metropolisvonaustria.at

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