Samstag, 8. Juni 2013

Українська Греко-Католицька Церква: Botschaft Der Bischofssynode des Großerzbistums von Kiew und Halych der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche an die Gläubigen und an alle Menschen guten Willens anlässlich des 70. Jahrestages der Tragödie von Wolynien

Wir stehen unmittelbar vor dem 70. Jahrestag des ukrainisch-polnischen Konfliktes in Wolynien. Daher wollen wir, die Bischöfe der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche, durch diese Botschaft unseren Standpunkt hinsichtlich dieser tragischen Ereignisse zum Ausdruck bringen. Das verlangt von uns nicht nur das Streben danach, die unschuldigen Opfer zu ehren und sich in Trauer mit ihren Verwandten zu solidarisieren, sondern auch die Sorge, dass das politisch bedingte Manipulieren mit den Umständen dieser Tragödie und die verhärtete Unversöhnlichkeit der menschlichen Herzen von einzelnen Personen oder Gruppen das erlöschende Feuer der Feindschaft zwischen den Nationalitäten nur anfachen können.

Die Historiker haben noch viel zu tun, um alle Umstände und schrecklichen Einzelheiten des Verlaufs der ukrainisch-polnischen Konfrontation, des Blutvergießens und ihre bitteren Konsequenzen zu klären, sowie die Namen derer festzustellen, die darunter gelitten hatten. Eines aber steht ohne Zweifel fest: nicht ein einziges unschuldig vernichtetes Leben und nicht das kleinste zugefügte Unrecht haben eine Rechtfertigung vor dem Herrn.

Der Brudermord von 1942-1943 in Wolynien bedarf vor allem einer christlichen Bewertung, denn nur diese kann das Gedächtnis heilen und die Antworten auf die moralischen Dilemmas geben, welche diesen Konflikt begleitet hatten. Gott erschuf uns als Verschiedene, daher werden das ukrainische und das polnische Volk notwendigerweise unterschiedliche kollektive Erinnerungen an diese Ereignisse haben. Sie werden sich voneinander in der Bewertung des historischen Zusammenhanges unterscheiden, in welchem diese Ereignisse stattfanden und sie werden ihnen unterschiedliche Namen geben.

Trotz dieses Unterschieds, haben wir den gleichen Status der Kinder Gottes. Der Herr hinterließ uns die gleichen Gebote und Er verpflichtete uns gleicherweise dazu, diese zu halten. Vor dem Antlitz des Herrn mit seiner kategorischen Aufforderung „Du sollst nicht töten!“ können wir also nicht umhin, uns auf die gleiche christliche Bewertung unserer Vergangenheit zu einigen. Vor dem Antlitz der Menschgewordenen Liebe müssen wir mit dem bitteren Gefühl der Schuld und der Reue stehen, denn für die gegenseitige Feindschaft bis zum Vergießen von Bruderblut gibt es keine Rechtfertigung. Weiter auf UGKK

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