Mittwoch, 1. Mai 2013

SYRIEN: Keine News aus Aleppo über die entführten Metropoliten (PRO ORIENTE)

Sind die Bischöfe in der Hand der „Al Fatah-al Hassouna“-Gruppen?

Damaskus-Washington, 30.04.13 (poi) „Es gibt keine neuen Nachrichten über die vor einer Woche entführten Aleppiner Metropoliten“, stellte am Dienstag ein ungenannt bleiben wollender Sprecher der antiochenisch-orthodoxen Eparchie Aleppo in einem Telefonat mit der britischen Sektion von „Kirche in Not“ fest. „Wir wissen nicht, wo sich die beiden Metropoliten aufhalten und wer sie gefangen hält“, sagte der Sprecher. Im Gegensatz zu Entführungsfällen, die andere Christen betroffen haben, gebe es diesmal keine hieb- und stichfesten Hinweise auf den Ablauf der Ereignisse und es habe auch niemand die Verantwortung übernommen. Dies sei sehr „Besorgnis erregend“. Auch der melkitische griechisch-katholische Erzbischof von Aleppo, Jean Clement Jeanbart, sagte im Gespräch mit der katholischen Nachrichtenagentur „AsiaNews“, die beiden Metropoliten seien nach wie vor in der Hand ihrer Entführer. Alle christlichen Kirchen seien bemüht, eine Übereinkunft mit den Entführern zu erzielen, aber derzeit verstehe niemand, „was die Motive der Täter sind“.

Auch wenn die beiden Bischöfe an einem sicheren Ort sein sollten, gebe es Anlass zur Sorge um die Gesundheit des syrisch-orthodoxen Metropoliten Mar Gregorios Youhanna Ibrahim, der wegen Bluthochdruck und Diabetes Medikamente nehmen müsse, sagte der Sprecher der antiochenisch-orthodoxen Eparchie. Die kirchlichen Verantwortlichen seien bemüht, das Verlangen der christlichen Gemeinschaft nach großen Protestdemonstrationen einzudämmen. Denn es sei nicht abzusehen, welche Reaktionen solche Demonstrationen “bei den Entführern hervorrufen könnten“. Es gebe zwar ständig Gebetswachen für die beiden entführten Bischöfe, aber die Christen seien empört und „möchten dem auch Ausdruck verleihen“. Jeder Schritt müsse aber „sorgfältig überlegt“ werden. Notwendig sei vor allem, den „internationalen Druck“ für die Befreiung der beiden Metropoliten zu verstärken. Die internationale Gemeinschaft habe sich bisher „sehr gut“ verhalten; Regierungen, Zivilgesellschaft, Kirchen und NGOS würden gemeinsam Druck ausüben. Abschließend sagte der Sprecher: „Alle Christen und alle Menschen guten Willens sollen für die Freilassung der beiden Metropoliten beten“. Es sei „überaus traurig“, dass gerade Kirchenleute, die sich besonders für Frieden eingesetzt haben, „jetzt den höchsten Preis zahlen müssen“.

Nach Angaben der syrisch-kurdischen „Volksverteidigungseinheiten“ (YPG) sollen sich die beiden Metropoliten in der Hand der „Al Fatah-al Hassouna“-Gruppen befinden. Die YPG-Kommandantur forderte die „Free Syrian Army“ (FSA) und die von George Sabra geführte „Nationale Koalition der syrischen Revolutions- und Oppositionskräfte“ auf, die gefangenen Metropoliten umgehend in Freiheit zu setzen und sich bei der christlichen Gemeinschaft des Landes zu entschuldigen. Andernfalls würden die YPG zur Tat schreiten, um die Bischöfe zu befreien. Die Entführung der beiden Metropoliten sei „ein Schlag gegen die Revolution“ gewesen. Weiter auf PRO ORIENTE

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