Donnerstag, 16. Mai 2013

Schönborn: Nationalismus ist die "Ursünde Europas" (KATHWEB)

Wien (KAP) Vor einem Rückfall in den Nationalismus in Europa hat Kardinal Christoph Schönborn gewarnt. Bedrohliche Anzeichen dafür zeigten sich vor dem Hintergrund der anhaltenden Wirtschaftskrise und müssten bekämpft werden, sagte der Wiener Erzbischof am Dienstagabend bei einer Podiumsdiskussion mit Grünen-Chefin Eva Glawischnig und Andreas Treichl, dem Vorstandsvorsitzenden der "Erste Bank". Schönborn plädierte für eine Rückbesinnung darauf, dass "wir Europäer aufeinander verwiesen sind". Die Krise könne nur durch Solidarität und Empathie überwunden werden. Der Nationalismus hingegen habe Europa bereits in zwei Katastrophen in Form von Weltkriegen gestürzt und sei "die Ursünde Europas", so Schönborn wörtlich.

Zu dem Gespräch unter dem Titel "Allein gegen die Welt - eine Gesellschaft voll Einzelkämpfer" hatte die Akademie für Evangelisation der Gemeinschaft Emmanuel in den Kuppelsaal der TU Wien geladen. Die Akademie veranstaltet regelmäßige "Talks" mit prominenten Zeitgenossen zu gesellschaftlich brisanten Themen.

Das derzeitige Wirtschaftssystem gründe auf einer vermeintlichen Unerschütterlichkeit und auf beschworenem permanentem Wachstum - letztlich auf einer Stärke, die sich die Europäer selbst vorspielten, zeigte sich der Kardinal überzeugt. Er betonte die Notwendigkeit, zur eigenen Verletzbarkeit zu stehen. Dies schaffe Vertrauen und sei der Schlüssel zu einem nachhaltigen Wandel. Nur wenn die Menschen einander auch in ihren Schwächen wahrnehmen, könnten Empathie und Solidarität entstehen, sagte Kardinal Schönborn. Weiter auf KATHWEB

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen