Mittwoch, 29. Mai 2013

Festakt für Tawadros II.: Kirchen im Orient brauchen die Einheit (KATHWEB)


Wien, 28.05.2013 (KAP) Die Kirchen im Orient haben nur dann eine Chance zu bestehen, wenn sie künftig zu mehr Einheit finden. Das war der Tenor einer Festveranstaltung am Montagabend im Wiener Erzbischöflichen Palais zu Ehren des koptischen Papst-Patriarchen Tawadros II. Kardinal Christoph Schönborn rief zum Gebet und Einsatz für die verfolgten Christen auf. Tawadros II. wurde im Rahmen der Festveranstaltung zum Ehrenprotektor der ökumenischen Stiftung Pro Oriente ernannt.

Der Ostkirchenexperte und Vorsitzender von Pro Oriente-Salzburg, Prof. Dietmar Winkler, zeigte sich in seiner Festansprache überzeugt, es sei längst an der Zeit für die Einheit der Kirchen: "Die Welt braucht das gemeinsame Zeugnis aller Kirchen." Auch die Entführer des syrisch-orthodoxen Metropoliten Mar Gregorios Yohanna Ibrahim und des griechisch-orthodoxen Erzbischofs Boulos Yazigi hätten keinen Unterschied darin gesehen, dass die beiden Bischöfe unterschiedlicher Kirchentraditionen angehören.

Formel der Annäherung

Pro Oriente-Präsident Johann Marte und Prof. Winkler unterstrichen im Rahmen der Ernennung von Tawadros II. zum "Pro Oriente"-Ehrenprotektor die langen und sehr fruchtbaren Beziehungen zwischen Pro Oriente und der Koptischen Kirche seit den 1960er-Jahren. Ein frühes positives Ergebnis der Beziehungen sei die "Wiener Christologische Formel".

Mit dieser inoffiziellen Übereinkunft aus dem Jahr 1971 konnten zentrale theologische Streitpunkt zwischen der katholischen Kirche und den altorientalischen Kirchen ausgeräumt werden. Katholische und orientalisch-orthodoxe Christen würden in unterschiedlichen Formulierungen den selben Glauben bekennen. Maßgeblichen Anteil am Gelingen der Gespräche hatte damals der koptische Papst-Patriarch Schenouda III.

Freilich, so Prof. Winkler, seien die vielen Konsultationen, Tagungen und verabschiedeten Erklärungen sinnlos, wenn sie nicht in Folge von den jeweiligen Kirchenleitungen und auch den Gläubigen rezipiert würden.

Papst Tawadros II. ging in seines Dankesworten nicht direkt auf die ökumenischen Appelle seiner Vorredner ein, verwies aber auf seinen jüngsten Besuch bei Papst Franziskus, der im Zeichen der Verbundenheit beider Kirchen gestanden habe. Zudem würdige er die gute Aufnahme der Koptischen Kirche in Österreich, so Tawadros. WEITER AUF http://www.kathweb.at

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