Donnerstag, 25. April 2013

SYRIEN: „Metropoliten von Aleppo sind nach wie vor verschleppt“ (PRO ORIENT)


Appell des „Weltrats der Aramäer“ an die internationale Gemeinschaft, vor allem an Regierungs- und Medienvertreter

London-Damaskus, 24.04.13 (poi) Der „Weltrat der Aramäer“ (WCA) hat am Mittwochnachmittag betont, dass die beiden Metropoliten von Aleppo – Mar Gregorios Youhanna Ibrahim (syrisch-orthodox) und Boulos Yazigi (antiochenisch-orthodox) - „nach wie vor“ verschleppt sind. Wegen der am Dienstagnachmittag und –abend verbreiteten Nachrichten über eine angebliche Freilassung der beiden Metropoliten herrsche weiterhin „schreckliche Verwirrung“. Weder die beiden Patriarchate noch die örtlichen Priester und Pfarrgemeinden in Aleppo könnten bisher bestätigen, dass die beiden Bischöfe frei seien. Deshalb appelliere der „Weltrat der Aramäer“ an die internationale Gemeinschaft, vor allem an Regierungs- und Medienvertreter, die Berichte über die angebliche Freilassung der beiden Metropoliten zurückzuziehen, die Anstrengungen zur Befreiung der Metropoliten und zur Identifikation der Entführer fortzuführen und weiterhin über das Schicksal der beiden Bischöfe und „allgemein das der Christen als der verletzlichsten Gruppierung im vom Krieg heimgesuchten Syrien“ zu publizieren. 

Sobald die Rede von der Befreiung der beiden Metropoliten sei, müsse ihnen die Möglichkeit gegeben werden, frei und direkt mit ihren Diözesen und Anverwandten in Kontakt zu treten. Erst dann werde man von ihrer Befreiung überzeugt sein. (Infos: Daniel Gabriel, E-Mail: daniel.gabriel@wca-ngo.org). 

„Große Traurigkeit in der Stadt

In Aleppo hat die Entführung der beiden Metropoliten bei den Christen zu einer überaus bedrückten Stimmung geführt. Der chaldäisch-katholische Bischof der Stadt, Antoine Audo, sagte im Gespräch mit „Radio Vatikan“ am Mittwoch: „Die Belastung ist deutlich spürbar. Am Dienstag war ja das Fest des Heiligen Georg, und normalerweise wird da in den Familien kräftig gefeiert, weil Georg auch ein sehr beliebter Vorname bei uns ist. Die Leute sind ausgelassen, sie pilgern zur Georgskirche, das ist sonst wirklich eine sehr freudige Tradition. Aber stattdessen ist jetzt in Aleppo eine große Traurigkeit zu spüren, eine große Sorge. Die Leute stellen sich viele Fragen über das Fehlen jedweder Sicherheit und jedweden Friedens“.

Über die Hintergründe der Bischofs-Entführungen wusste Bischof Audo nicht viel zu sagen; er wies aber darauf hin, dass seit mehr als einem Monat auch zwei Priester aus der Stadt in Geiselhaft sind. Überhaupt hätten Entführungen stark zugenommen, und Christen seien davon in überdurchschnittlicher Weise betroffen. Über die Lage in Aleppo sagte Audo:„Ja, die Lage ist schon katastrophal – man muss allerdings sagen, es gibt immer noch etwas zu essen und zu trinken, aber alles ist eben sehr teuer geworden, und dabei sind etwa 80 Prozent der Menschen hier längst arbeitslos, sie verarmen rapide. Man sieht das den Leuten in Aleppo mittlerweile in den Gesichtern an: Menschen, die ich schon lange kenne, haben sich verändert, die Lage hat sie gezeichnet. Die meisten Leute in Aleppo sehen dünn aus, kränklich“.PRO ORIENTE

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen