Mittwoch, 10. April 2013

Bischof: Terror in Kairos Kathedrale so wie Anschlag auf Vatikan (Kathpress)

onn-Kairo, 10.04.2013 (KAP) Zu mehr europäischer Solidarität mit der christlichen Minderheit in Ägypten hat der koptisch-orthodoxe Bischof für Deutschland, Anba Damian, aufgerufen. Wenn - wie jüngst - die Markus-Kathedrale in Kairo zum Opfer von Anschlägen werde, dann sei dies so wie ein Anschlag auf den Vatikan; "dann werden zugleich alle 18 bis 20 Millionen koptischen Christen weltweit angegriffen", so der Bischof in einem Interview mit der Bonner kirchlich-offiziellen Plattform www.katholisch.de. Er vermisse vor allem Reaktionen der Kirchen: "Ich frage mich: Auf was warten wir noch?"

Nach den Vorkommnissen der vergangenen Wochen - christliche Jugendliche waren beschuldigt worden, die Wand einer Moschee besprayt zu haben - sei es zu einer "regelrechten Hetzkampagne" gegen Christen gekommen, berichtete der Bischof. Zuletzt wurde am Sonntagabend die Trauerfeier für dabei getötete Christen in der Kairoer Markus-Kathedrale angegriffen. "Diese Kirche ist vergleichbar mit dem Petersdom für die Katholiken", betonte der Bischof.

Die Christen in Ägypten stünden derzeit "unter Schock" und hätten jedes Vertrauen in die Behörden verloren, berichtete der koptische Bischof über den Briefwechsel mit Menschen vor Ort. Aus ihrer Sicht dulde und unterstütze die Polizei die Angreifer, Sicherheitsbeamte in Zivilkleidung beteiligten sich sogar an den Ausschreitungen. "Die Menschen haben das ungute Gefühl, gehasst zu werden, und das nur, weil sie ein Brustkreuz tragen oder in der Kathedrale beten." Dieser Hass, den Prediger in den Moscheen schürten, zerstöre den Frieden Ägyptens.

Kritisch äußerte sich Bischof Damian auch zur Rolle von Mohammed Mursi: Viele der Versprechen des ägyptischen Präsidenten, die zu mehr Religionsfreiheit beitragen würden - darunter etwa die Besetzung eines seiner Stellvertreterposten mit einem Kopten -, seien bislang nicht erfüllt worden. "In seiner kurzen Amtszeit wurde im Verhältnis zu den Kopten so viel zerstört, dass es Generationen braucht, um das wieder gut zu machen", so das Urteil des koptischen Geistlichen.
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