Donnerstag, 11. April 2013

Bischof Scheuer bei Christen im Irak: Sorge über Staatsteilung (Kathweb)

Erbil, 09.04.2013 (KAP) Der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer befindet sich derzeit zu kirchlichen und politischen Gesprächen im Irak. Am Montagabend war Scheuer in Erbil, der Hauptstadt der autonomen Region Kurdistan, mit dem chaldäisch-katholischen Erzbischof Bashar Warda zusammengetroffen. Warda appellierte dabei an den Westen, sich verstärkt für die letzten Christen im Irak einzusetzen. Wenn die führenden kurdischen und irakischen Politiker weiterhin bemerkten, dass dem Westen das Schicksal der christlichen Minderheit im Land gleichgültig ist, werde das deren ohnehin schon schwierige Position noch verschärfen.

Lobend hob Warda den letzten Besuch des österreichischen Außenministers Michael Spindelegger hervor. Der Vizekanzler habe bei seinem Besuch in der Region dezidiert auch auf Begegnungen mit den Bischöfen.

Auf die politische Zukunft des Irak angesprochen, der in einen kurdischen, sunnitischen und schiitischen Teil zerfallen könnte, meinte Bischof Warda, dass er dieses Szenario für sehr schlecht halte. Die Christen würden dann zwischen allen Fronten und Grenzen aufgerieben. Der Erzbischof räumte ein, dass von einem rein politischen Standpunkt aus einiges für die von ihm so gefürchtete Zersplitterung des Landes spreche.

Dass so viele Christen das Land verlassen, sei nur allzu verständlich, so Warda weiter. Er setze sich jedoch vehement dafür ein, die christliche Präsenz im Irak zu erhalten.
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