Sonntag, 10. März 2013

Schönborn lobt große Offenheit bei Vorgesprächen zum Konklave

Rom (KAP) Die in großer Freiheit und Offenheit geführten Beratungen der Kardinäle in den Generalkongregationen "machen mich persönlich zuversichtlich für das Konklave": Das betonte Kardinal Christoph Schönborn bei einem Pressegespräch im Anschluss an einen Gottesdienst, den er am Sonntagabend in seiner römischen Titelkirche Gesu' Divino Lavoratore leitete. "Selten habe ich in den vielen Jahren im Dienst der Weltkirche und seit 15 Jahren als Kardinal so viel Ehrlichkeit, Klarheit, Weite, Wohlwollen und Zuversicht erlebt, wie in den letzten Tagen", so der Kardinal in seiner Erklärung zwei Tage vor Konklavebeginn. Die in Rom versammelten Kardinäle hätten dafür gesorgt, "dass die vielen Zeichen der Hoffnung ebenso offen zur Sprache kamen wie auch Fehler und Versagen".

Nach den Worten Kardinal Schönborns seien Herausforderungen und Hoffnungszeichen der Weltkirche in den Generalkongregationen "überdeutlich geworden". Er nannte u.a. die Bedrängnis und Verfolgung vieler Katholiken weltweit, die "religiöse Sprachlosigkeit" und "geistige Sattheit" inmitten von materiellem Überfluss und die Bedrohung von Lebensräumen und -chancen vieler Menschen durch verschwenderischen Lebensstil. Zugleich konnten sich - so Schönborn - die Gläubigen besonders in den wohlhabenden Ländern noch nie so intensiv vernetzen, kommunizieren und die weltlichen Güter genießen wie heute.

Angesichts all dessen seien es "nahezu übermenschliche Anforderungen, die an das Petrusamt heute gestellt werden", erklärte Kardinal Schönborn. Sie seien wohl nur zu tragen im "gläubigen Bewusstsein, dass niemand in der Kirche die Last des Amtes alleine trägt", verwies er auf Christus als "Haupt der Kirche".

Die Kardinäle hätten sich auf das Konklave durch offene Gespräche und gemeinsames Beten gut vorbereitet, unterstrich Schönborn. Ihrer Gewissensentscheidung würden sie jedes Mal vor der Stimmabgabe mit der Formel bekräftigen: "Ich rufe Christus, der mein Richter ist, zum Zeugen an, dass ich den wähle, von dem ich glaube, dass er nach Gottes Willen gewählt werden muss."

Konklave schon jetzt "historisch"

Die Kardinäle wüssten sich in den kommenden Tagen nicht nur von den Gläubigen begleitet, sondern vor allem von Benedikt XVI. und dessen innigem Gebet. Sein Amtsverzicht mache dieses Konklave in der Kirchengeschichte "einzigartig", es könne "schon jetzt mit Fug und Recht als historisch bezeichnet werden", wie der Kardinal hinwies.

Den Amtsverzicht des Papstes bewertete Schönborn in zweifacher Hinsicht als "außerordentlichen Akt der Freiheit": Er mache zum einen deutlich, "dass die höchste und verbindlichste Norm des Menschen immer die persönliche und freie Gewissensentscheidung ist". Zum anderen sei das Zentrum der Weltkirche wahrscheinlich noch nie so frei gewesen wie heute: Benedikt XVI. konnte seine persönliche Entscheidung "zum Wohl der Kirche" frei von Bedrohungen durch feindliche Mächte treffen und im Vertrauen darauf, dass die Kardinäle auch in aller Freiheit den nächsten Papst wählen können. http://www.kathpress.at/

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