Samstag, 16. März 2013

PRO ORIENTE: Positiver Widerhall auf Wahl von Papst Franziskus in der orthodoxen Welt

Istanbul-Moskau-Kairo, 15.03.13 (poi) Die Wahl von Papst Franziskus hat in der orthodoxen Welt breiten positiven Widerhall gefunden. Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., sandte noch am Mittwochabend eine Glückwunschbotschaft in den Vatikan. Wörtlich stellte der Patriarch fest: „In der Freude über Ihre Wahl als geistlicher Führer der römisch-katholischen Christen in aller Welt übermitteln wir Ihnen und den Gläubigen Ihrer gesegneten Kirche unsere herzlichsten Glückwünsche und aufrichtige Begrüßung an diesem besonderen Tag“. Er wünsche und bete für das Pontifikat von Papst Franziskus, dass es eine „Quelle des Friedens in einer Welt des Aufruhrs und der Uneinigkeit, eine Quelle der Zuflucht und des Trostes für die Armen und Leidenden wie auch der Fortsetzung des Weges der Versöhnung und der Festigung des Dialogs zur Einheit der Schwesterkirchen“ sein möge, so Bartholomaios I., der die „Demut, Einfachheit und Liebe“ des neugewählten Papstes hervorhob. 

Der Moskauer Patriarch Kyrill I. betonte in seinem Glückwunschschreiben, er hoffe darauf, dass der Papst die Zusammenarbeit zwischen beiden Kirchen im "Geiste der brüderlichen Liebe und der gegenseitigen Verständigung" fördere. Orthodoxe und Katholiken sollten ihre Bemühungen für den Schutz der in verschiedenen Teilen der Welt verfolgten Christen "vereinen". Notwendig sei zudem eine Zusammenarbeit bei der Verteidigung traditioneller moralischer Werte in den heutigen säkularen Gesellschaften. Einen Anknüpfungspunkt sieht Kyrill I. auch in der Namenswahl des neuen Papstes, der sich dadurch zum Heiligen Franziskus und dessen Einsatz für die Armen bekenne. Dieser Dienst für die Armen und Leidenden habe heute auch für die russisch-orthodoxe Kirche Vorrang. 

Der Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion (Alfejew) , sagte bei einer Begegnung mit Journalisten in Moskau, Papst Franziskus habe mehr als einmal seine Zuneigung zur orthodoxen Kirche und seinen Wunsch nach engeren Kontakten betont. Der neue Papst sei ein hochangesehener Kirchenmann, der immer im Dienst der Armen und Benachteiligten gestanden sei. „Er hat immer ein sehr demütiges Leben geführt“, fügte der Metropolit hinzu: „Es ist offensichtlich kein Zufall, dass er der erste Papst ist, der den Namen des Heiligen Franziskus angenommen hat, der in der römisch-katholischen Kirche als Beispiel der evangeliumsgemäßen Demut und des Dienstes an den Armen verehrt wird“. Der Dienst an den Armen und an den Rand Gedrängten sei heute eine Priorität der christlichen Kirchen, die russisch-orthodoxe Kirche weise dieser Aufgabe größte Bedeutung zu. „Das wird uns ein breites Feld der Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Kirche eröffnen“, so Metropolit Hilarion. Er hoffe sehr, dass sich die Beziehungen zwischen orthodoxer und katholischer Kirche unter dem neuen Papst vertiefen werden. 

Der koptisch-orthodoxe Papst-Patriarch Tawadros II. stellte in seinem Glückwunschtelegramm an Papst Franziskus fest, er sei „den Kardinälen dankbar“ für ihre Wahl. Wörtlich schrieb Tawadros II.: „Die Nachricht von Ihrer Wahl zum Oberhaupt der katholischen Kirche erfüllt mein Herz mit Freude. Ich gratuliere Ihnen und den Kardinälen von Herzen zu dieser gesegneten Wahl“. Abschließend wünschte der koptische Patriarch dem Papst „gute Gesundheit und langes Leben“, damit die katholische Kirche durch seine Arbeit wachsen und „Christus in aller Welt bezeugen“ könne.

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