Samstag, 2. März 2013

ÄTHIOPIEN: Abuna Mathias ist der neue äthiopisch-orthodoxe Patriarch

Er war bisher äthiopisch-orthodoxer Erzbischof von Jerusalem – Feierliche Inthronisation am Sonntag in der Dreifaltigkeitskathedrale in Addis Abeba

Addis Abeba, 01.03.13 (poi) Neuer Patriarch der äthiopisch-orthodoxen Kirche ist der bisherige äthiopisch-orthodoxe Erzbischof von Jerusalem, Mathias (Asrat). Er wurde am Donnerstag von der großen Kirchenversammlung in Addis Abeba mit 500 von 806 Stimmen gewählt. Abuna Mathias ist der sechste äthiopisch-orthodoxe Patriarch; er wird den Titel eines Katholikos-Patriarchen von Äthiopien und des Erzbischofs von Aksum tragen. Die feierliche Inthronisation ist für Sonntag, 3. März, in der Dreifaltigkeitskathedrale in Addis Abeba vorgesehen. 

Abuna Mathias von Äthiopien


Abuna Mathias (mit zivilem Namen Teklemariam Asrat) wurde 1940 in der nordäthiopischen Provinz Tigray geboren. Wie in der äthiopischen Kirche üblich, wurde er schon als Jugendlicher zum Diakon geweiht. Seine monastische Formation erfolgte im Kloster Chohe in der Provinz Tigray. Nach Mönchstonsur und Priesterweihe war er an der Dreifaltigkeitskathedrale in Addis Abeba tätig. In den schwierigen ersten Jahren nach der Machtergreifung des kommunistischen Mengistu-Regimes diente er drei Jahre dem damaligen Patriarchen Abuna Tekle Haimanot als Privatsekretär. 1979 wurde er zum Bischof geweiht. Von 1992 bis 2006 war er als Erzbischof für die äthiopischen Diasporagemeinden in den USA zuständig, 2006 wurde er Erzbischof von Jerusalem und übernahm damit die Verantwortung für die äthiopischen Klöster im Heiligen Land. 

Die kirchliche Wahlversammlung in Addis Abeba – bestehend aus Erzbischöfen und Bischöfen, Repräsentanten der Klöster und Diözesen, Vertretern der Pfarrgeistlichkeit, des umfassenden Sonntagsschul-Systems und der Laienorganisationen – hatte unter zunächst fünf, dann drei Kandidaten zu wählen, wobei der politisch erfahrene und sprachkundige Erzbischof von Jerusalem von Anfang an als Favorit galt. 

Der frühere Patriarch Abuna Paulos war am 16. August des Vorjahrs verstorben. Seine Amtszeit war gekennzeichnet durch die Aussöhnung mit dem Staat nach dem Sturz des Mengistu-Regimes und durch seinen Einsatz für die Gemeinschaft der orientalisch-orthodoxen Kirchen, aber auch durch sein ökumenisches Engagement für die Verbesserung der Beziehungen mit den anderen christlichen Kirchen. Insbesondere setzte sich Abuna Paulos auch für die Aussöhnung zwischen der koptisch-orthodoxen und der äthiopisch-orthodoxen Kirche sowie für die Überwindung des Konflikts zwischen Äthiopien und Eritrea ein. Mit Österreich war Abuna Paulos durch die Stiftung „Pro Oriente“ sehr verbunden. Im Jahr 1999 war er als Gast von Kardinal Christoph Schönborn in Wien. Weiter auf PRO ORIENTE

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