Dienstag, 5. Februar 2013

(PRO ORIENTE) RUSSLAND: Orthodoxe und Katholiken rücken näher zusammen

London-Moskau, 06.02.13 (poi) Gemeinsame Probleme lassen Katholiken und Orthodoxe in Russland näher zusammen rücken. Diesen Schluss zieht der Direktor von „Kirche in Not“-England, Neville Kyrke-Smith, nach einer Russlandreise. Kyrke-Smith war vor kurzem für „Kirche in Not“ in Russland, um sich über die Entwicklungen im Verhältnis von Katholiken und Orthodoxen zu informieren. Wörtlich sagte Kyrke-Smith: „Einer der Bischöfe, die ich dort traf, sagte mir, dass sie gegen Christianophobie zu kämpfen hätten. Das bringt die Kirchen natürlich zueinander“. Die Aussagen des Bischofs hätten sich auf die gemeinsamen Herausforderungen wie Säkularismus, Materialismus und fundamentalistischen Islam bezogen. Diese Probleme seien wie für katholische so für orthodoxe Christen große Herausforderungen.Bei seiner Reise durch Russland hätten viele Orthodoxe Kyrke-Smith dafür gedankt, dass katholische Hilfswerke, wie etwa „Kirche in Not“, auch die Orthodoxen unterstützen. Für Kyrke-Smith ist das selbstverständlich: „Ich denke, da kommen wir wieder auf die Botschaft der Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. zurück: Wir müssen einen Dialog der Nächstenliebe aufbauen. Daran ist auch ‚Kirche in Not’,beteiligt. Wir haben dabei festgestellt, dass es außerhalb von Moskau und St. Petersburg einfacher ist, mit Orthodoxen zusammen zu arbeiten und sich zu verständigen.“

Die gemeinsamen Probleme schweißen Katholiken und Orthodoxe eng zusammen, so Kyrke-Smith. Der Leiter von „Kirche in Not“-England erklärte, in manchen Teilen Russlands sorge der zunehmend islamistisch geprägte Fundamentalismus für Angst. Einige Bischöfe aus dem Nordkaukasus hätten ihm berichtet, dass Christen deshalb bereits diese Gebiete verlassen hätten:„Ich möchte noch einmal Papst Benedikt XVI. zitieren, er sagt, religiöser Fundamentalismus ist ein Irrweg der Religion, es ist keine wahre Form der Religion. Die Politisierung und Radikalisierung der Religion, die wir in einigen Teilen Russlands gesehen haben, das hat wirklich Angst entfacht“.

Auch zu einem anderen Thema hat sich Kyrke-Smith ein Bild gemacht bei seiner Russland-Reise. Kryke-Smith:„Zum orthodoxen Weihnachtsfest sagte Präsident Putin, er lobe die Sozialarbeit der orthodoxen Kirche und anderer Kirchen. Er sprach in diesem Zusammenhang auch von interreligiösem Dialog. Das ist natürlich sehr ermutigend. Ich glaube manchmal, wir hier im Westen verstehen nicht, dass Russland das Bedürfnis nach einem starken Führer hat. Die Beziehung zwischen Staat und Kirche ist in Russland mitunter ein bisschen zu eng. Das kann zu Missverständnissen und Problemen führen“. PRO ORIENTE

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