Mittwoch, 13. Februar 2013

PAPSTRÜCKTRITT: Bartholomaios I. : „Ein treuer Freund unserer Kirche“ (PRO ORIENT)

„Tiefes Bedauern“ des Ökumenischen Patriarchen über den Rücktritt des Papstes – „Außerordentlicher Beitrag“ zur Entwicklung der Theologie“ – „Ein treuer Diener der heiligen Sache der Einheit der Christen“

Vatikanstadt-Istanbul-Moskau, 12.02.13 (poi) Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. hat sein „tiefes Bedauern“ über den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. zum Ausdruck gebracht. „Papst Benedikt XVI. hinterlässt eine unauslöschliche Spur im Leben und in der Geschichte der katholischen Kirche“, sagte der Patriarch, der zugleich den „außerordentlichen Beitrag“ Joseph Ratzingers zur Entwicklung der Theologie unterstrich. Die Schriften des Papstes bezeugten seine „tiefe theologische Kenntnis, seine Vertrautheit mit den Vätern der ungeteilten Kirche, seinen Kontakt mit der modernen Welt und sein lebhaftes Interesse für die Probleme des Menschen“. Wörtlich fügte Bartholomaios I. hinzu: „Wir Orthodoxe werden Benedikt XVI. immer als lieben und treuen Freund unserer Kirche und treuen Diener der heiligen Sache der Einheit der Christen ehren“. Persönlich erinnere er sich mit großer Bewegung an den Besuch des Papstes im Phanar, aber auch an die vielen anderen Begegnungen, in denen die „hervorragende Zusammenarbeit“ zum Ausdruck gekommen sei. Er bete darum, dass Gott der „Schwesterkirche von Rom“ einen würdigen Nachfolger für Benedikt XVI. schenken möge, „um mit der Schwesterkirche unseren gemeinsamen Weg zur vollen Einheit weitergehen zu können“. 

Metropolit Hilarion: „Ein Akt des Mutes und der Demut“

Die Entscheidung des Papstes, auf sein Amt zu verzichten, sei ein „Akt des persönlichen Mutes und der Demut“, sagte der Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion (Alfejew) von Wolokolamsk. Die Position des römischen Pontifex verlange – wie die jedes anderen Primas einer Kirche´- aktive Arbeit, es gehe nicht um einen Repräsentationsposten. Wenn Alter und Gesundheit ein Hindernis für wirksame Arbeit darstellen, könne der Primas die Entscheidung treffen, auf die Ausübung seines Amtes zu verzichten. 

Persönlich hätten ihn die ruhigen und überlegten Antworten Benedikts XVI., seine Sensibilität für die aufgeworfenen Fragen und die Bereitschaft zur Lösung der bestehenden Probleme beeindruckt, unterstrich der Metropolit: „Ich konnte dem Papst im Detail meine Sicht der Probleme im katholisch-orthodoxen Dialog darlegen. Ich habe eine ziemlich kritische Haltung im Hinblick auf den Verlauf dieses Dialogs, das habe ich mit Freimut dem Papst dargelegt und bin immer auf Verständnis gestoßen“. Er hoffe, dass der Nachfolger Benedikts dessen Weg weitergehe und dass „die Beziehung zwischen Orthodoxen und Katholiken sich zum Nutzen der ganzen christllichen Welt weiterhin ständig vertieft“, stellte der Metropolit fest. Noch am Sonntag hatte der Moskauer Patriarch Kyrill I. lobende Worte für den Papst gefunden. In der „schwierigen Lage“, in der sich das westliche Christentum heute befinde, verteidige Benedikt XVI. mutig die Positionen und moralischen Werte der Kirche. 

Der Weltkirchenrat dankt dem scheidenden Papst für dessen „Hingabe für die Kirche und die ökumenische Bewegung. „Ich habe mit tiefem Respekt gesehen, wie er die Verantwortung und die Bürde seines Amtes in seinem fortgeschrittenen Alter und in einer sehr fordernden Zeit für die Kirche getragen hat, erklärte der Generalsekretär des Weltkirchenrats, Pfarrer Olav Fykse Tveit, in Genf. Er rief die Christen aller Konfessionen auf, für die römisch-katholische Kirche „in dieser sehr wichtigen Phase des Übergangs“ zu beten. PRO ORIENTE

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