Dienstag, 26. Februar 2013

BULGARIEN: Orthodoxe Kirche hat neues Oberhaupt (PRO ORIENTE)

Landeskonzil in Sofia wählte den bisherigen Metropoliten von Ruse, Neofit, zum neuen Patriarchen

Sofia, 25.02.13 (poi) Der bisherige Metropolit von Ruse, Neofit (Dimitrov), wurde zum neuen Patriarchen der bulgarisch-orthodoxen Kirche gewählt. Die Wahl erfolgte durch ein Landeskonzil, dem die 15 Metropoliten, alle übrigen Bischöfe sowie Diözesanvertreter (jeweils drei Priester und zwei Laien pro Diözese) und Repräsentanten der großen Klöster angehörten. Neofit tritt die Nachfolge des am 6. November des Vorjahrs verstorbenen Patriarchen Maksim an, der die bulgarisch-orthodoxe Kirche 41 Jahre lang geleitet hatte. Das bulgarisch-orthodoxe Kirchenoberhaupt wird jeweils auf Lebenszeit gewählt.

Neofit setzte sich im zweiten Wahlgang mit 90 zu 47 Stimmen gegen den Metropoliten Gavriil (Metodiev Dinev) von Lovec durch. Die Stichwahl war notwendig geworden, weil im ersten Wahlgang keiner von drei Kandidaten die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit erhalten hatte. Metropolit Galaktion (Tabakov) von Stara Zagora hatte im ersten Wahlgang nur 22 Stimmen erhalten. Wegen Krankheit nahm er nicht am Landeskonzil teil.



Patriarch Neofit v. Bulgarien

Der am 15. Oktober 1945 in Sofia geborene neue Patriarch Neofit studierte in der bulgarischen Hauptstadt und in Moskau Theologie. 1975 wurde er zum Priester geweiht. Zwischen 1989 und 1992 leitete er in Sofia zuerst die Theologische Akademie und dann die wiederöffnete Theologische Fakultät der Universität. Anschließend war er Sekretär des Heiligen Synods, des obersten Leitungsgremiums der bulgarisch-orthodoxen Kirche. 1994 wurde er zum Bischof geweiht. Seit 2004 war er Metropolit von Ruse.

Angesichts der schweren gesellschaftlichen Spannungen in Bulgarien rief Neofit I. unmittelbar nach seiner Wahl zur Deeskalation und zum Frieden auf. Der neue Patriarch äußerte sich bei seiner feierlichen Inthronisierung in der Kathedrale von Sofia. In Bulgarien gehen seit Tagen Zehntausende Menschen u.a. gegen die Anhebung des Strompreises auf die Straße. Auch der Rücktritt der Regierung am vergangenen Dienstag stoppte die Massenproteste nicht. Weiter auf PRO ORIENTE

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