Donnerstag, 31. Januar 2013

TÜRKEI: Staat gibt der orthodoxen Kirche Waldbesitz auf Halki zurück (PRO ORIENT)


Ein Schritt auf dem Weg zur Wiedereröffnung des Priesterseminars und der Theologischen Hochschule auf der Insel im Marmara-Meer?

Istanbul, 30.01.13 (poi) Der türkische Staat hat – über die Generaldirektion der frommen Stiftungen („vakiflar“) – der orthodoxen Kirche ein großes Waldgrundstück auf der Insel Halki zurückerstattet. Der 190 Hektar große Forstbesitz war 1943 dem Dreifaltigkeitskloster auf der Marmara-Insel entzogen worden, in dem auch das 1971 geschlossene Priesterseminar und die Theologische Hochschule des Patriarchats untergebracht sind. Die Rückgabe hat über den materiellen Wert hinaus hohe symbolische Bedeutung. 

Ermöglicht wurde die Rückgabe durch ein 2011 beschlossenes Gesetz, mit dem ein Gesetz von 1936 modifiziert wurde, das damals zur Konfiskation zahlloser Grundstücke und Immobilien nichtmuslimischer „frommer Stiftungen“ geführt hatte. Die Restitution erfolgte nur wenige Tage nach dem Tod des Journalisten Mehmet Ali Birant, der seit Jahrzehnten für die Rechte der nichtmuslimischen Religionsgemeinschaften eingetreten war. Beim Begräbnis des Journalisten am 19. Jänner sagte Patriarch Bartholomaios I., Birant sei „eine entschlossene Stimme“ gewesen, die „unsere Rechte verteidigt hat als das noch niemand in der Türkei wagte“. Insbesondere habe er auch die jungen Journalisten für die Verteidigung der Menschen- und Bürgerrechte sensibilisiert. In seinem letzten Artikel hatte Birant über die bevorstehende Rückgabe des Forstbesitzes an die „fromme Stiftung“ des Dreifaltigkeitsklosters geschrieben und betont, dieser Schritt bestätige, dass Ankara bereit sei, die verschiedenen Probleme im Zusammenhang mit den Minoritäten ernsthaft anzugehen.  Weiter auf Pro Orients

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