Dienstag, 29. Januar 2013

SYRIEN: Neuerlicher Hilferuf der Bischöfe aus der Djazira (PRO ORIENTE)

Protestmarsch gegen Entführungen in Hassake, Vereinigung „Solidarität mit den Familien der Entführten“ gegründet


Damaskus, 28.01.13 (poi) Die Situation in Syrien verschlimmert sich von Tag zu Tag, die Christen sind besonders betroffen. Drei Bischöfe aus der Djazira (das Gebiet zwischen Euphrat und Tigris im Osten Syriens) .- Mar Eustathios Matta Roham (syrisch-orthodox), Mar Yakub Behnam Hindo (syrisch-katholisch) und Athniel Aprim (assyrisch-apostolisch) – haben einen neuerlichen dramatischen Hilferuf formuliert. Die Menschen hätten kaum noch Trinkwasser, Strom gebe es selten, Benzin gar nicht mehr. Wegen der Kämpfe sei keine humanitäre Hilfe von außen möglich. „Seit den Luftangriffen der Armee kommt absolut nichts mehr durch“, sagte Erzbischof Behnam Hindo im Gespräch mit „Radio Vatikan“ am Wochenende: „Die Getreidesilos sind längst geplündert und leer. Die Christen leiden genauso wie die anderen unter dem Mangel und der Unsicherheit – nur dass bei den Christen noch dazu kommt, dass viele von ihnen entführt werden. 80 Prozent der Entführungsopfer sind Christen. Dabei geht es nicht nur um Geschäftsleute, sogar Kinder werden von Kriminellen entführt, die dann Lösegeld fordern“.

Die Behörden würden absolut untätig bleiben, so Erzbischof Hindo. Bewaffnete Banden hätten überall Straßensperren errichtet, Plünderungen seien Alltag: „Um vier Uhr nachmittags ist Hassake eine Geisterstadt, da ist kein Mensch mehr auf der Straße zu sehen, die Leute sitzen alle ohne Strom zuhause im Dunkeln. Gleichzeitig werden in den Straßen die Geschäfte aufgebrochen und ausgeraubt. Die Leute der Regierung haben sich unter Polizeischutz verbarrikadiert und lassen die Dinge laufen“.

Der Erzbischof übte scharfe Kritik an den westlichen Sanktionen gegen Syrien: Die träfen nicht Assad, sondern die Zivilbevölkerung: „Wir haben hier zwei kirchliche Krankenhäuser: beide geschlossen. Und dann das staatliche Krankenhaus: Das hat den Leuten nichts mehr zu bieten. Vorgestern hat man eine schwangere Frau im Krankenhaus abgewiesen: keine Hebamme, kein Arzt, um ihr bei der Entbindung zu helfen.“ Weiter auf PRO ORIENTE

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