Freitag, 11. Januar 2013

RADIO VATIKAN: Kardinal Sandri in Ägypten: „Hoffen wir das Beste“

RealAudioMP3 Vatikankardinal Leonardo Sandri ist zur Zeit in Ägypten. Der Präfekt der Kongregation für die Ostkirchen will sich vor Ort ein Bild machen, wie es den Christen im Land geht. Der Vatikanmann – von Haus aus ein Argentinier – traf sich u.a. in einem Kloster des Wadi Natrun mit dem neuen koptisch-orthodoxen Patriarchen von Alexandria, Tawadros II. Vor allem aber sprach Sandri in den vergangenen Tagen mit katholischen Christen in Kairo. Im Gespräch mit Radio Vatikan sagte er: 
„In diesem Moment leiden die christlichen Gemeinschaften in Ägypten darunter, dass manchmal Stimmen laut werden, die als Drohung für ihre Existenz aufgefasst werden könnten. Es handelt sich um isolierte Stimmen hier und da, die davon sprechen, sie aus Ägypten zu vertreiben, aber sie machen weiter mit ihrem christlichen Werk und ihrem Leben hier. Die Schwestern beispielsweise haben sehr wichtige Schulen hier in Kairo. Dort schicken auch die Muslime ihre Töchter hin, mit großem Vertrauen in die Bildung, die sie dort erhalten werden, und in Freundschaft. Deshalb ist es natürlich traurig, immer wieder solche isolierten Stimmen zu vernehmen, die das Leben der christlichen Gemeinschaften bedrohen, aber im täglichen Leben erfahren die Ordensleute - wie die Franziskanerpater und andere - eine herzliche und brüderliche Aufnahme durch die Menschen. Denn diese erkennen sehr wohl, welches Gut die Anwesenheit der Ordensleute vor allem im Bildungs- und Gesundheitsbereich, aber auch im Sinne der Wertschätzung des menschlichen Lebens, für sie mit sich bringt.“
Der Kardinal aus dem Vatikan ist Diplomat. Die Sorgen der Christen über die neue Verfassung hat er sich angehört, er sieht auch selbst, dass der von Islamisten durchgedrückte und in einer Volksabstimmung bestätigte Text die Türen öffnet für eine strengere Form der Scharia. Aber Sandri vermeidet Frontalkritik:
„Hoffen wir, dass in dieser Periode der Verfassungsreformen in Ägypten von jedem von uns ein Gebet und ein Zeichen der Nähe kommen wird, damit die Menschen auf dem Weg geleitet werden, die Rechte der Menschen zu verteidigen, insbesondere die Religionsfreiheit, aber auch alle anderen Rechte, die die menschliche Würde ausmachen: das Recht auf Erziehung, auf das Leben, auf eine Wohnung, auf Essen, aber auch auf Arbeit, denn hier sieht man viele Arbeitslose. Hoffen wir, dass in diesen Verfassungsreformen auch all diese Prinzipien Eingang finden, die nicht nur den arabischen Frühling darstellen, sondern einen menschlichen Frühling, einen Frühling des Menschen und seiner Würde.“Weiter auf RADIO VATIKAN

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