Mittwoch, 23. Januar 2013

ERZDIÖZESE WIEN: "Ökumene braucht kühlen Kopf, brennendes Herz und langen Atem"


(21.01.2013) 
Rudolf Prokschi von der "Kommission für ökumenische Fragen der Erzdiözese Wien" über orthodox-katholische Eheschließungen, Krankenhausseelsorge und die "Leiden in der Ökumene".



Herr Professor Prokschi, Sie leiten die "Kommission für ökumenische Fragen", was sind die Aufgaben der Kommission?
Prokschi: Wir befassen uns mit allem, was sich im ökumenischen Bereich auf dem Gebiet der Erzdiözese Wien tut. Wir versuchen die Zusammenarbeit aller christlichen Kirchen vor Ort zu stärken und lebendige Kontakte zu den Hierarchen und Verantwortungsträgern zu halten.
Man kann sich auch an uns wenden, wenn es Probleme auf dem Gebiet der Ökumene gibt oder wenn jemand sich für die Ökumene engagieren will. Eigentlich sollte es so sein, dass es in jeder Pfarre einen Pfarrgemeinderat gibt, der für ökumenische Fragen verantwortlich ist. In der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen geschehen da sehr schöne Dinge: gemeinsame Gottesdienste oder ökumenische Gebete mit Vertretern aus verschiedenen Kirchen.
Mit welchen Themen befasst sich die ökumenische Kommission derzeit?
Prokschi: Wir erarbeiten gerade einen Leitfaden für orthodox-katholische Eheschließungen, um den jungen Menschen entgegen zu kommen, die eine konfessionsverschiedene Ehe eingehen wollen. Wir dürfen nicht vergessen, dass es heute gar nicht so leicht ist, Beziehung im christlichen Sinn dauerhaft zu leben. Viele junge Menschen denken kaum noch an eine kirchliche Trauung. Wenn also zwei junge Menschen zusammenkommen, die beide in ihren kirchlichen Traditionen verankert und engagiert sind, dann dürfen wir als Kirchen ihnen das gemeinsame Leben nicht noch schwerer machen.
Ich hoffe, dass es durch die neugegründete orthodoxe Bischofskonferenz gelingt, eine einheitliche Linie zu finden. Schon vor Jahren habe ich mich darum bemüht, habe aber damals bei den verschiedenen orthodoxen Kirchen - Griechen, Serben, Rumänen, Russen, Bulgaren - verschiedene Auskünfte bekommen. Das war ein bisschen mühsam. Jetzt wollen wir einen Folder machen, der für alle orthodoxen Kirchen verbindlich ist. Weiter auf http://www.erzdioezese-wien.at

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