Mittwoch, 5. Dezember 2012

(Radio Vatikan) Ukraine: „Neues Gesetz beschneidet Religionsfreiheit“

Die Beziehungen zwischen Staat und Religionsgemeinschaften stecken in einer Krise. Das sagt das Oberhaupt der mit Rom unierten griechisch-katholischen Kirche der Ukraine, Großerzbischof Swjatoslav Schewtschuk von Kiew. Er sprach bei einer Begegnung mit Spitzenvertretern anderer Kirchen. Fast alle ukrainischen Kirchen hätten die Regierungspolitik von Staatspräsident Viktor Janukowitsch kritisiert. Trotz mehrmaliger Anhörung der Kirchenoberhäupter ignoriere Janukowitsch die Anliegen der Religionsgemeinschaften. Besonders wandte sich Schewtschuk gegen ein vom Parlament beschlossenes Gesetz, das die staatliche Registrierung von religiösen Organisationen erschwere. Das Gesetz verstärke die staatliche Kontrolle über die Kirchen und beschneide der Religionsfreiheit. Trotz aller Zusagen des Staatsoberhaupts seien die vom ukrainischen Rat der Kirchen und Religionsgemeinschaften eingebrachten Korrekturvorschläge nicht berücksichtigt worden. Auch der römisch-katholische Erzbischof von Kiew, Petro Malchuk, mahnte, Janukowitsch solle die Kirchenvertreter nicht nur anhören, sondern müsse deren Anliegen auch in der politischen Arbeit berücksichtigen. Auch Vertreter von orthodoxen Kirchen übten mit Ausnahme der dem Moskauer Patriarchat unterstehenden Kirche massive Kritik an der Regierung. - In der Ukraine gibt es drei orthodoxe Patriarchate, eine byzantinische Kirche, die mit Rom verbunden ist sowie die römisch-katholische Kirche, die eine Minderheit bildet. Radio Vatikan

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