Sonntag, 2. Dezember 2012

PRO ORIENTE: Weg der Ökumene ist „unumkehrbar“

Es geht darum, sich mehr auf das zu konzentrieren, „was uns eint“ als auf das, „was uns trennt“

Istanbul, 02.12.12 (poi) Der Weg der Ökumene ist „unumkehrbar“, obwohl es noch Schwierigkeiten gibt, um die ersehnte volle Einheit zu erreichen. Dies betonte der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. bei den Feiern zum Andreas-Fest, dem Patronatsfest der Kirche von Konstantinopel. An den Feiern nahm auch eine Delegation des Heiligen Stuhls teil, die von Kardinal Kurt Koch, dem Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, geleitet wurde. Es sei ständig notwendig, den Dialog einzuüben, stellte Bartholomaios I. fest. Dabei gehe es darum, sich mehr auf das zu konzentrieren, „was uns eint“ als auf das, „was uns trennt“. In diesem Zusammenhang trat der Patriarch für einen häufigeren Gedankenaustausch zwischen den Kirchenoberhäuptern ein, um das „tausendjährige Misstrauen“ zu überwinden. Viele seien heute vom guten Willen erfüllt, die aus der Vergangenheit ererbten Hindernisse auf dem Weg zur Einheit der Kirchen hinwegzuräumen. Leider seien die Fortschritte langsam, es gebe immer noch „Leute, die zurückhaltend sind“, aber man müsse die „kleinen positiven Schritte“ hervorheben, „weil so unser Dissens zum Schweigen gebracht wird“. Und es sei die gemeinsame Aufgabe des römischen Papstes und des Patriarchen von Konstantinopel und beider Kirchen in ihrer Gesamtheit, den Mächtigen dieser Welt die Bedeutung von Nächstenliebe und Barmherzigkeit gegenüber den Not Leidenden in Erinnerung zu rufen.

Der Ökumenische Patriarch unterstrich die Bedeutung des Zweiten Vatikanischen Konzils, das zu einer Wende in den Beziehungen zwischen katholischer und orthodoxer Kirche geführt habe, obwohl es nach wie vor Schwierigkeiten auf dem Weg zur vollen Einheit gebe. Bartholomaios I. hob hervor, dass ihn Papst Benedikt XVI. zu den 50-Jahr-Feiern der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils im Namen der „gemeinsamen apostolischen Wurzel“ der Kirchen von Rom und Konstantinopel eingeladen habe. Leider sei im Lauf der Zeit das brüderliche Miteinander der beiden Kirchen zerbrochen, weil manche Theologen und Bischöfe sich mehr der Selbstgefälligkeit als dem Wohl der Kirche gewidmet hätten.

Im Hinblick auf das Jahr 2013 hob der Ökumenische Patriarch die 1.700-Jahr-Feiern der „Vereinbarung von Mailand“ hervor, mit der Kaiser Konstantin für das ganze Römische Reich die Religionsfreiheit proklamierte. Diese Freiheit habe Christus selbst verkündet, um die Menschen zu erlösen; es sei aber eine Freiheit, die bewahrt und gestärkt werden müsse. Zugleich kündigte der Patriarch an, dass die Vorbereitungsarbeiten für das Große Panorthodoxe Konzil sich ihrem Ende näherten; die Einberufung des Konzils werde „in kurzer Zeit“ erfolgen. PRO ORIENTE

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