Samstag, 1. Dezember 2012

PRO ORIENTE: Türkischer Journalist veröffentlicht Buch über Völkermord an den Armeniern

Hassan Cemal war ein Freund des ermordeten armenischen Journalisten Hrant Dink – und er ist ein Enkel von Ahmed Dschemal Pascha, der als einer der „drei Paschas“ die Verantwortung für die „Endlösung der Armenier-Frage“ während des Ersten Weltkriegs mittrug

Istanbul, 30.11.12 (poi) Der türkische Journalist Hasan Cemal hat in dem soeben erschienenen Buch „1915. Ermeni Soykirimi“ (Der Völkermord an den Armeniern) seine persönliche Auseinandersetzung mit dem Völkermord zusammengefasst. Cemal war ein Freund des in Istanbul ermordeten armenischen Journalisten Hrant Dink – und er ist ein Enkel von Ahmed Dschemal Pascha, der als einer der „drei Paschas“ die Verantwortung für die von den Jungtürken bürokratisch durchgeplante „Endlösung der Armenier-Frage“ während des Ersten Weltkriegs mittrug. Hasan Cemal ist ein prominenter Kolumnist bei der türkischen Zeitung „Milliyet“. Im Jahr 2008 – anlässlich des Fußball-Länderspiels zwischen Armenien und der Türkei - besuchte er das Völkermord-Denkmal „Zizernakaberd“ in Jerewan und legte dort weiße Nelken nieder. In das Gedenkbuch am Mahnmal in Jerewan schrieb er: „Diesen Völkermord zu leugnen, hieße ein Komplize bei diesem Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu sein“. Lange habe er mit sich gerungen, ob er das Mahnmal besuchen solle, schreibt Cemal: "Ich fühlte, dass ich damit auch eine Tabu-Mauer in meinem Innersten einreißen würde. Aber ich erinnerte mich an die Worte von Hrant Dink, der uns Türken zurief: 'Lasst uns zusammen kommen und endlich unserem Schmerz gegenseitig Respekt erweisen'“. Weiter auf Pro Oriente

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