Donnerstag, 27. Dezember 2012

PRO ORIENTE: SYRIEN--Patriarchen rufen zum Frieden auf

Griechisch-orthodoxer Patriarch Johannes X.: „Wir bleiben in diesem Land“ - Syrisch-orthodoxer Metropolit von Aleppo, Mar Gregorios Ibrahim, zeichnet in seiner Weihnachtsbotschaft dramatisches Bild der Situation im Land – Griechisch-katholischer Patriarch Gregorios III.: Versöhnung ist vordringlich

Damaskus, 25.12.12 (poi) Die Patriarchen und Bischöfe der Christen in Syrien haben in ihren Weihnachtsbotschaften zum Frieden in dem von blutigen Auseinandersetzungen heimgesuchten Land aufgerufen. Der neue griechisch-orthodoxe Patriarch von Antiochien, Johannes X. (Yazigi), rief die Christen auf, trotz aller Schwierigkeiten im Land zu bleiben. Johannes X. sagte unmissverständlich: „Wir Christen gehören zu diesem Land und wir werden hier bleiben. Wir sind überzeugt, dass Christus allzeit in dieser Region präsent ist, in der das Christentum entstanden ist“. Zugleich appellierte der Patriarch an alle Beteiligten, „auf jede Art von Gewalt“ zu verzichten und einen „Prozess des Dialogs“ zu beginnen“.

Der syrisch-orthodoxe Erzbischof von Aleppo, Mar Gregorios Yohanna Ibrahim, zeichnete in seiner Weihnachtsbotschaft – literarisch in Form einer Fürbitte an Christus gestaltet – ein düsteres Bild der Situation in Syrien: “Wir waren daran gewöhnt, bei den Mitternachtsgottesdiensten am Heiligen Abend in den von Menschen in Sonntagskleidung überfüllten Kirchen Choräle singen zu hören und überall im Land leuchtende Christbäume zu sehen…Heuer hat sich auf Grund des sogenannten ‘Arabischen Frühlings’ alles verändert. Eine farblose Saison hat die Gesichter in Verzweiflung gefrieren lassen, die Kirchenglocken schweigen, der Wind heult durch leere Kirchen und Moscheen, die Finsternis herrscht und Trauer hüllt jeden Quadratmeter unseres geliebten Landes ein”. Die einst friedlichen Straßen Syriens seien heute mit “Abfall und Blut” bedeckt, übersät mit “Leichenteilen und Überresten von Sprengstoffautos. Auf beiden Seiten der verlassenen Straßen gibt es endlose Reihen von zerstörten Häusern. Wer sich ihnen naht, wird die Geschichte ihrer Eigentümer entdecken, die nicht länger Bewohner ruhiger Wohnviertel sind. Die Glücklichen unter ihnen, die einem gewaltsamen Tod entkommen konnten, sind jetzt entwurzelte Flüchtlinge, die in einem Zelt in einem Nachbarland ohne die geringste Hoffnung auf Heimkehr ausharren müssen”.

Die internationalen Sanktionen hätten, so Mar Gregorios weiter, zu einer dramatischen Nahrungsmittelknappheit geführt. Die Syrer seien gezwungen, sich um Brot anzustellen. Der Schwarzmarkt habe die Preise für Nahrungsmittel und Benzin in die Höhe getrieben, Strom, Wasser, Treibstoff und Internet seien nur sporadisch zu erhalten, Schulen, Universitäten, Kirchen und Moscheen seien verlassen. Die ganze syrische Nation sei gleichsam gekreuzigt auf dem Holz der “Gesetzlosigkeit, der Anarchie, des Unverstands, der Korruption”, die in solchen Situationen “wuchern”. Weiter auf PRO ORIENTE

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