Sonntag, 25. November 2012

Teilnahme der Vertreter der UGKK an den Veranstaltungen zum Gedenken an die durch die künstliche Hungersnot in der Ukraine Ermordeten in Kiew

Mitte: Patriarch Philaret (UOKP) und Bischof Bohdan Dzuirakh (UGKK)

Am Nationaldenkmal für die Opfer des Holodomor in Kiew zelebrierten Vertreter der ukrainischen Konfessionen einen Gedenkgottesdienst für diejenigen, die durch die künstliche Hungersnot in der Ukraine ermordet wurden. Dem Gottesdienst standen vor: Filaret – Patriarch von Kiew und der ganzen Rus-Ukraine, Seine Eminenz Bohdan (Dziurakh) – der Sekretär der Bischofssynode der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche und der Leiter der Patriarchalkurie und Vertreter der Ukrainischen Autokephalen Orthodoxen Kirche.
Auch Seine Seligkeit Liubomyr (Huzar) – der emeritierte Großerzbischof der UGKK, nahm an den Gedenkveranstaltungen für die Opfer des Holodomors – (Völkermords), teil.
Metropolit Wolodymyr Sabodan (UOCMP) und Patriarch Liubomyr Kardinal Huzar (em. Großerzbischof von Kyiv-Halych, UGCC)
 Nach der anschließenden Schweigeminute begann die gesamtukrainische Aktion „Zünde eine Gedenkkerze an“.
 
Trauer- und Gedenkveranstaltungen für die Opfer des Holodomors finden in allen Regionalzentren der Ukraine statt. Über 2.000 Personen bewegten sich in einer Trauerprozession mit Staatsfahnen und Trauerbändern von der U-Bahnstation „Arsenalna“ zum Denkmal für die Opfer des Holodomors.
 
S. E. Bohdan teilte der Nachrichtenabteilung seine Gedanken zum Thema mit, warum es für die heutige und für die zukünftigen Generationen wichtig sei, der Opfer, die durch die künstlich herbei geführte Hungersnot von 1932/33 ums Leben kamen, zu gedenken.

 
Unter anderem betonte er, dass das Gedenken des Holodomors nicht nur eine Erinnerung an die tragischen Ereignisse sei, sondern auch eine Erinnerung an den nationalen Widerstand gegen das brutale und gottlose Regime darstelle, welches damals die Ukraine okkupiert hatte. Die bolschewistische Staatsmacht wagte dieses schreckliche Verbrechen, weil sie begriff, dass die Ukrainer sich dem Bösen nicht unterwerfen und kein Kompromiss mit dem Besatzungsregime eingehen werden. „Gerade deshalb ist es so wichtig, auch weiterhin eine lebendige Erinnerung an diese schwierige Zeit in unserer Geschichte zu pflegen“, –so die Überzeugung des Sekretärs der Bischofssynode.
 
Er bat das Volk darum, nicht auf den Standpunkt der Staatsmacht zu achten, welche zu wenig Aufmerksamkeit dem Holodomor – dem Völkermord an den Ukrainern, schenke. Denn „nicht die Staatsmacht ist der Träger des Nationalgedächtnisses – sie kann fremd, eine Besatzungsmacht, feindlich gegenüber den Menschen sein, welchen sie dienen soll, – sondern immer war, ist und wird das Volk der Träger des Nationalgedächtnisses sein. Solange zumindest in einem ukrainischen Fenster eine Gedächtniskerze für die Holodomoropfer brennt, wird in den Herzen der Ukrainer eine Hoffnung auf den endgültigen Sieg der Wahrheit über die Lüge, des Lichtes über die Finsternis leben. Zum Glück erreicht mit jedem neuen Jahr die geschichtliche Wahrheit über den Holodomor eine immer größere Anzahl von Menschen in unserer Heimat und in der ganzen Welt“, – sagte S. E. Bohdan.
 
An der Haltung zur Vergangenheit wird die Einstellung zur Gegenwart und zur Zukunft des Volkes und des Staates erkannt. „Wer nach Wohlergehen und Blütezeit für die Ukraine strebt, der wird mit allen Kräften die Durchsetzung der geschichtlichen Wahrheit und Gerechtigkeit auf allen Ebenen des Volksbewußtseins fördern – auf der spirituellen, der kulturell-öffentlichen und der gesellschaftlich-politischen Ebene. Es ist ja bekannt, dass ein Volk, das seine Vergangenheit nicht kennt und sich an diese nicht erinnert, keine Zukunft hat“, – unterstrich der Verwaltungsleiter der Patriarchalkurie.
Vichnaja Pam'jat--Ewiges Angedenken!
 
Der Bischof zitierte auch einige Passagen aus dem Pastoralbrief des Metropoliten Andrey Sheptytskyj und des Episkopats der UGKK mit der Bitte um eine Hilfeleistung für die Hungernden in der Großukraine.
 
„Die Ukraine ist in Todeskrämpfen. Die Bevölkerung stirbt einen Hungertod. Das auf Unrecht, Betrug, Gottlosigkeit und Depravation ruhende kannibalische System des Staatskapitalismus stürzte ein bis vor kurzem noch reiches Land in eine vollständige Ruine“, – schrieb Metropolit Andrey Sheptytskyi an die Gläubigen der UGKK im Juli 1933.
 
S. E. Bohdan (Dziurakh) ruft dazu auf, immerdar für die Ukrainer zu beten, welche durch die Hungersnot ermordet wurden – genauso wie das Metropolit Andrey im traurigen Jahre 1933 es tat. UGKK

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