Mittwoch, 14. November 2012

(RADIO VATIKAN) Kloster Bose: Papstamt im Zentrum der Beratungen



Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil und seinen Auswirkungen auf katholischer und orthodoxer Seite hat sich ein orthodox-katholischer Arbeitskreis auf seiner nunmehr neunten Tagung im norditalienischen Kloster Bose befasst. Dem Arbeitskreis gehören 26 Theologen - 13 orthodoxe und 13 katholische - aus mehreren europäischen Ländern und den USA an. Er wurde 2004 in Paderborn gegründet und kam seither zu Treffen in Athen, im belgischen Chevetogne, Belgrad, Wien, Kiev, Magdeburg und St. Petersburg zusammen. Mit der Tagung in Bose setzte der Arbeitskreis seine Gesprächsreihe fort, die in einem chronologischen Durchgang durch die Kirchengeschichte versucht, die Entwicklung des Verhältnisses von Primat und Synodalität in der orthodoxen und in der katholischen Kirche zu analysieren.

Zwischen Primat und Kollegialität
Im Abschluss-Kommunique halten die Tagungsteilnehmer fest, dass das Konzil die Definitionen des Ersten Vatikanischen Konzils (1869/70) über den päpstlichen Primat aufgegriffen und durch die Betonung der Rolle der Bischöfe ergänzt habe. Damit habe man ein Gleichgewicht zwischen Primat und Kollegialität herstellen wollen. Wörtlich heißt es in dem Kommunique: „Durch strukturelle Veränderungen wurde das Bischofsamt aufgewertet, auch wenn viele beispielsweise die Kompetenzen der Bischofskonferenzen in der derzeitigen Form für unbefriedigend halten.“ Das Kommunique betont die „anhaltende Diskussion innerhalb der katholischen Kirche über das Verhältnis zwischen Primat und Synodalität“. Weiter halten die Mitglieder des Arbeitskreises fest, dass orthodoxe Stimmen zum Zweiten Vatikanischen Konzil zwar die stärkere Betonung der Kollegialität der Bischöfe würdigen, zugleich aber kritisch anmerken, „dass das Bischofskollegium stets auf den Papst angewiesen ist, aber der Papst seinerseits nicht auf das Bischofskollegium“. Auch die Tatsache, dass die Unfehlbarkeit der Kirche sehr eng an das Amt des Papstes gebunden wird, sei aus orthodoxer Sicht problematisch.

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