Freitag, 23. November 2012

(PRO ORIENTE) SYRIEN: Hilferuf des syrisch-orthodoxen Metropoliten der Djazira an Kardinal Schönborn

Internationale Gemeinschaft soll sich dafür einsetzen, dass die großen Städte des Gebiets zwischen Euphrat und Tigris weiterhin ein „sicherer Zufluchtsort“ für zahlreiche Inlandsflüchtlinge bleiben

Damaskus-Wien, 23.11.12 (poi) Der syrisch-orthodoxe Metropolit der Djazira (des syrischen Gebiets zwischen Euphrat und Tigris), Mar Eustathios Matta Roham, hat einen Hilferuf an Kardinal Christoph Schönborn gerichtet: Es gehe darum, die internationale Gemeinschaft dafür zu gewinnen, dass die großen Städte des Gebiets wie Kamishli und Hassake weiterhin ein „sicherer Zufluchtsort“ für zahlreiche Inlandsflüchtlinge bleiben. In den beiden Städten leben derzeit jeweils 400.000 Menschen, davon mehr als 20 Prozent Christen. Tausende Familien seien nach Kamishli und Hassake gezogen, nachdem ihre Heimstätten in anderen Teilen des Landes zerstört wurden, betonte Mar Eustathios. Die beiden Städte hätten sich so für tausende vertriebene Familien als Zufluchtsort erwiesen. Wenn sich auch in der Djazira ähnliche Tragödien der Zerstörung abspielen sollten wie in anderen Teilen Syriens, wäre das eine „ungeheure Katastrophe“, vor allem „in diesem kalten Winter“. Schon jetzt sei die Situation in seiner Eparchie „unklar“, so Mar Eustathios: „Die Leute haben viele Ängste“.

Der Krieg in Syrien habe vielerorts zum Misstrauen zwischen den Gemeinschaften geführt, in städtischen Bereichen seien viele Bezirke zerstört worden, erinnerte der syrisch-orthodoxe Erzbischof. Auf der anderen Seite sei es zu einer neuen Solidarität zwischen vielen Syrern gekommen, die das „Konzept des Kämpfens zurückweisen und sich um die leidenden Familien annehmen“. Es sei unglaublich, dass die Bilder der Zerstörung in Syrien den Bildern der Verwüstung aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg gleichen. Es werde viele Jahre brauchen, um „sowohl die Gebäude als auch die Seelen“ in Syrien wieder aufzubauen. Er bete dafür, dass „Gerechtigkeit und Frieden“ nach der Beendigung des derzeitigen Chaos die Oberhand behalten, betonte Mar Eusthatios. Er sei Kardinal Schönborn zutiefst dankbar für dessen Bereitschaft, auf die Stimme der Christen des Nahen Ostens zu hören und sie mit allen Mitteln zu unterstützen. Die Sorge des Wiener Erzbischofs um die Christen im Nahen Osten bringe ihm und den Gläubigen seiner Eparchie „Trost, Vertrauen und Hoffnung“. PRO ORIENTE

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