Dienstag, 13. November 2012

PRO ORIENTE: SYRIEN: Friedensappell der Orthodoxen Bischofskonferenz in Österreich

Bundesregierung und Zivilgesellschaft sollen sich für Friedenslösung in Syrien einsetzen – Sorge um die Situation der religiösen und ethnischen Minderheiten in dem nahöstlichen Land

Wien, 12.11.12 (poi) „In tiefer Sorge über die Situation in Syrien“ hat die Orthodoxe Bischofskonferenz in Österreich bei ihrer Vollversammlung in Wien an die österreichische Bundesregierung und an die Zivilgesellschaft appelliert, ihren Einfluss gelten zu machen, „damit es in Syrien so bald wie möglich zu einer Friedenslösung kommt“. Der in Berlin residierende Weihbischof des orthodoxen Patriarchats von Antiochien, Hanna (Haikal), hatte den Bischöfen und Bischofsvikaren neueste Informationen aus Syrien vorgelegt: Es herrscht Chaos, die Zahl der Inlandsflüchtlinge steigt ständig, viele Menschen müssen Hals über Kopf ihre Wohnungen und Häuser verlassen, die Wirtschaft liegt am Boden, es kommt von allen Seiten zu schweren Übergriffen und Verletzungen der Menschenrechte.





Die Angehörigen der religiösen und ethnischen Minderheiten, vor allem die Christen, „sind in einer besonders schwierigen Situation“, so die orthodoxen Bischöfe in ihrer Erklärung. Vor kurzem habe die Ermordung des orthodoxen Priesters Fadi Jamil Haddad die Christen in Syrien zutiefst betroffen gemacht: Der 43-jährige Priester hatte in der kleinen Stadt Qatana gewirkt. Seit dem Beginn der Auseinandersetzungen in Syrien war er öfter an Verhandlungen zur Freilassung von Entführungsopfern beteiligt. Er wollte im politischen Konflikt nicht Partei ergreifen und war allgemein als ein „Mann Gottes“ geachtet. Gläubige aller Religionsgemeinschaften liebten und schätzten ihn; seit vielen Jahren lud er immer die Muslime von Qatana während des islamischen Fastenmonats Ramadan zum Iftar-Essen ins Pfarrhaus ein. Als er den Entführern eines jungen Arztes das Lösegeld überbringen wollte, wurde er selbst gekidnappt. Sein entstellter Leichnam wurde am 25. Oktober gefunden. Beim Begräbnis ereignete sich ein Bombenanschlag. In einer Erklärung des orthodoxen Patriarchats von Antiochien wurde P. Haddad als ein „Märtyrer der Versöhnung“ bezeichnet. Weiter auf Pro Oriente

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