Mittwoch, 7. November 2012

(PRO ORIENTE) SOFIA: Trauer um bulgarisch-orthodoxen Patriarchen Maksim

Hl. Iwan Rilski

Orthodoxer Metropolit von Austria und "Pro Oriente"-Präsident würdigen den verstorbenen Patriarchen

Sofia, 06.11.12 (poi) Bulgarien trauert um Patriarch Maksim, das Oberhaupt der orthodoxen Kirche des Landes. Der Patriarch war am Dienstagmorgen im 99. Lebensjahr verstorben. Maksim sei nach kurzer Krankheit an Herzschwäche verstorben, die Gläubigen seien „mit Trauer über den schweren Verlust erfüllt“, hieß es in der offiziellen Mitteilung. Patriarch Maksim stand mehr als 40 Jahre lang an der Spitze der orthodoxen Kirche seines Landes. Diese war in der Zeit des Kommunismus starken Repressalien ausgesetzt und nach der politischen „Wende“ von einer gravierenden Spaltung bedroht. Der am 29. Oktober 1914 geborene Maksim wurde am 4. Juli 1971 zum Patriarchen gewählt. Patriarch Maksim war sowohl nach dem Lebens- als auch nach dem Dienstalter der älteste der orthodoxen Patriarchen.

Patriarch Maksim wurde von seinen Gegnern der Kollaboration mit dem kommunistischen Regime verdächtigt. Er sei faktisch von den damaligen Machthabern eingesetzt worden, lautete der Vorwurf. Da Maksim den Rücktrittsaufforderungen seiner Kritiker nicht nachkam, wählten diese 1992 einen "Gegen-Patriarchen". Die patriarchenkritische Fraktion verweigerte den Gehorsam, bildete einen eigenen "Heiligen Synod" und hielt mit Unterstützung der ersten demokratischen Regierung nach der "Wende" über Jahre Kirchen und Klöster besetzt. 1998 lenkte ein Teil der schismatischen Bischöfe nach einer vom Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. in Sofia abgehaltenen „Synaxis“ (panorthodoxen Versammlung) ein. Später versuchte die Regierung in Sofia mit einem neuen Religionsgesetz einen Schlussstrich unter den Flügelkampf zu setzen. Endgültig überwunden wurde die Spaltung erst 2008, als der letzte "Gegen-Metropolit" in die bulgarisch-orthodoxe Kirche zurückkehrte. Weiter auf PRO ORIENT

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