Dienstag, 27. November 2012

PRO ORIENTE: Ökumenischer Patriarch bei Eröffnung des Wiener "King Abdullah Centre": "Gewalt bringt uns niemals näher zu Gott“

„Krieg im Namen der Religion ist immer Krieg gegen die Religion“ – Plädoyer für umfassende Religionsfreiheit und Respekt vor dem „Anderen“


Wien, 27.11.12 (poi) „Wir eröffnen dieses Zentrum mit großer Hoffnung“: Dies betonte der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. am Montagabend in der Wiener Hofburg bei der Inauguration des neuen „King Abdullah International Centre for Interreligious and Intercultural Dialogue“ (KAICIID). „Wir kommen zusammen, um eine Institution aufzubauen, die Gelegenheit geben wird, zu erkennen, dass jeder Mensch unser Nachbar ist“, sagte der Patriarch von Konstantinopel. Dies sei eine essenzielle Botschaft für die Gegenwart. Während anderswo religiöse Auseinandersetzungen Völker entzweien, habe an diesem Abend „die Religion uns alle zusammengebracht“. Die Versammlung in der Wiener Hofburg könne ein „prophetisches Zeugnis“ für die Welt sein, dass sich diese Erfahrung der Zusammenarbeit und des Dialogs ausbreiten soll. Bartholomaios I.: „Wenn wir diese Ideale von der Ebene der religiösen Führungspersönlichkeiten zu den lokalen Kanzeln übertragen und von dort in die Straßen aller Städte und Dörfer, dann kann ein neuer Weg des Miteinanders Wirklichkeit werden“. Für viele religiöse Menschen sei ihr Glaube nicht von dieser Welt, sondern auf die Ewigkeit ausgerichtet. Daher sei alle Unterdrückung und Zerstörung des anderen kontraproduktiv, „denn Gewalt bringt uns niemals näher zu Gott, sondern entfernt uns vom Göttlichen“, so der Patriarch. Die Ideale des neuen Zentrums seien hochfliegend, vor allem im Licht der jüngsten tragischen Ereignisse in der Welt. Aber man dürfe niemals vergessen, dass „Krieg im Namen der Religion Krieg gegen die Religion“ ist. Bartholomaios I. sprach sich für umfassende Religionsfreiheit aus und betonte, er sehne sich nach dem Tag, an dem der Respekt vor der menschlichen Würde und friedliches Miteinander an die Stelle von Hass, Tod und Zerstörung treten. Ausdrücklich dankte Bartholomaios I. dem saudiarabischen König für dessen Einsatz zur Verwirklichung des neuen Zentrums, aber auch den Regierungen Spaniens und Österreichs sowie dem Vatikan. Weiter auf PRO ORIENTE

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