Dienstag, 27. November 2012

PRO ORIENTE: Metropolit Arsenios: „Ökumene ist unerlässliche Verpflichtung aller Christen“

Eindrucksvolles Bekenntnis zum ökumenischen Dialog bei der Feier zum 70. Geburtstag des Grazer orthodoxen Theologen Grigorios Larentzakis


Graz, 25.11.12 (poi) Ein eindrucksvolles Bekenntnis zum ökumenischen Dialog hat der orthodoxe Metropolit von Austria, Arsenios (Kardamakis), bei der Feier zum 70. Geburtstag des Grazer orthodoxen Theologen em. Prof. Grigorios Larentzakis abgelegt. Wörtlich sagte der Metropolit: „Für mich persönlich ist der Dialog, die Bemühung zur Wiederherstellung der christlichen Einheit, eine unerlässliche Verpflichtung aller Christen, die von Jesus selbst uns aufgegeben wurde“. Er wolle „im Geiste des Ökumenischen Patriarchats“ den ökumenischen Weg weiter gehen und fördern. Das Ziel des ökumenischen Anliegens könne „kein anderes sein als die volle kirchliche und sakramentale Gemeinschaft von Schwesterkirchen“ auf dem wesentlichen Fundament des gemeinsamen Glaubens. Diese Einheit werde ihren „vollendeten Ausdruck“ in der gemeinsamen Feier der Eucharistie finden. Metropolit Arsenios: „Die Christen müssen nach der Überwindung der vorhandenen Probleme durch einen ehrlichen und objektiven Dialog die volle Überzeugung wiedergewinnen, dass sie innerhalb der Kirche Christi zu Hause sind – nicht geduldete Gäste, auch nicht nur in einer friedlichen Koexistenz von Nachbarn, sondern als volle Mitglieder des Leibes Christi. Dafür müssen wir mit allen unseren Kräften arbeiten“. Die Einheit im Wesentlichen des einen christlichen Glaubens schließe auf alle Fälle nach orthodoxer Auffassung eine „legitime, sinnvolle und notwendige Vielfalt“ ein. Die Wiederherstellung der Einheit dürfe keineswegs „Uniformität“ bedeuten.

Zugleich erinnerte der Metropolit daran, dass es mit „abstrakten und theoretischen Vereinbarungen und Verträgen“ nicht getan ist: „Wir müssen den Mut und die Fähigkeit finden, bei unseren trennenden Elementen zunächst einmal das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden, damit wir nicht durch die Übertonung des Unwesentlichen die Verständigung beim Wesentlichen unmöglich machen“. Es sei wichtig, das gemeinsame Fundament des ersten Jahrtausends auch für die Zukunft als Grundlage für das ökumenische Anliegen zu betrachten. Das bedeute aber keine einfache Kopie des ersten Jahrtausends, weil die Kirche ein „lebendiger Organismus“ sei, der wächst. Die Christen aller Kirchen müssten die heutige Zeit und die konkreten Probleme der Menschen von heute sehr ernst nehmen. Weiter auf PRO ORIENTE

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