Mittwoch, 7. November 2012

(PRO ORIENTE) ÄGYPTEN: Patriarch Theodor II. will keinen Religions-Staat

Kairo, 07.11.12 (poi) Der neue koptische Papst-Patriarch Theodor (Tawadros) II. hat deutlich gemacht, dass er einen Religions-Staat in Ägypten nicht unterstützen wird. „Eine Verfassung, die aus Ägypten einen religiösen Staat macht, werde ich ablehnen“, so der Papst-Patriarch wörtlich. Es könne keinen Staat geben, der nur der muslimischen Mehrheit gerecht werde, so Theodor II. Die Schönheit Ägyptens bestehe auch in der Vielfalt und dem Nebeneinander von Christen und Muslimen. Im Gespräch mit einem koptischen TV-Sender sagte der 118. Nachfolger des Evangelisten Markus: „Ich habe viele Wünsche für Ägypten: zuallererst, dass die volle Sicherheit auf den Straßen wiederhergestellt wird. Mein zweiter Wunsch ist, dass es der ägyptischen Wirtschaft gelingen möge, wieder auf die Füße zu kommen, denn unser Land ist derzeit vom wirtschaftlichen Zusammenbruch bedroht. Und mein dritter Wunsch ist der des sozialen Friedens in einem Staat, der von seiner Verfassung her geeint, säkular und modern sein sollte“.

Theodor II. appellierte an die koptischen Christen, Ägypten nicht zu verlassen – schon in der Vergangenheit hätten sie „immer neben den Muslimen gelebt“. „Unsere Herzen sind offen. Wir wollen den Muslimen mit Respekt begegnen und weiterhin versuchen, friedlich zusammen zu leben – trotz der Attentate, die unseren Weg der Versöhnung gefährden“, so das Kirchenoberhaupt. Der neugewählte Patriarch, der am 18. November in sein Amt eingeführt wird, machte deutlich, dass er sich in öffentlichen Belangen zu Wort melden wird: „Dem ägyptischen Volk sage ich: Der Papst der koptischen Kirche ist nicht nur ein Vater für die Christen. Der Papst der ägyptischen Kirche ist ein Vater für alle Ägypter. Und darum habe ich ein offenes Herz für jeden, der in Ägypten lebt, und ich sehe mich selbst als Diener jedes Menschen auf ägyptischem Boden“. Weiter auf PRO ORIENTE

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