Sonntag, 4. November 2012

Kopten: "Habemus Papam!" Papst Tawadrous II.

Kairo, 04.11.2012 (KAP) Die christliche Minderheit in Ägypten hat einen neuen Papst. Gemäß dem ungewöhnlichen traditionellen Ritus der koptischen Christen zog ein kleiner Junge mit verbundenen Augen am Sonntag in der Kairoer Markuskathedrale aus einem gläsernen Gefäß ein gefaltetes Papier mit einem von drei Namen. So fiel das Los auf Tawadrous II. (61), bislang Weihbischof im oberägyptischen Beheira im Nildeta. Er ist das künftige Oberhaupt der Kopten weltweit, deren Zahl zwischen rund acht bis mehr als zwölf Millionen geschätzt wird.

Die Aufregung und der Jubel in der voll besetzten Kathedrale waren riesig. Ebenso riesig wie die Erwartungen an jene Medizin, die der studierte Pharmazeut seinen Christen nun anzubieten hat. Denn die koptische Gemeinde steht politisch mehr denn je unter Druck. Die Wahl des Nachfolgers für den im März verstorbenen Patriarchen von Alexandria und ganz Ägypten, Papst Shenouda III., wurde um einen Monat vorgezogen. Zu groß scheinen die Aufgaben, die auf den 118. Nachfolger des Evangelisten Markus warten.

Dem greisen Shenouda III. wurde vorgeworfen, im Arabischen Frühling 2011 zu vorsichtig gewesen zu sein. Tatsächlich hatte der 88-Jährige immer wieder gewarnt, für seine Christen könne es nach einer Vertreibung von Staatspräsident Hosni Mubarak noch schlimmer kommen, als es für die diskriminierte Minderheit eh schon war. Doch vor allem unter der ungeduldigen christlichen Jugend schlossen sich viele den Rufen der Demonstranten auf dem Tahrir-Platz an. Sie wollten gleichberechtigt ein freies Ägypten mitgestalten, über die Religionsgrenzen hinweg. Weiter auf KATHPRESS

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