Mittwoch, 21. November 2012

kathweb Nachrichten: Pressegespräch beim Ordenstag in Wien - Abt Fürnsinn: "Vielen Klöstern gelingt es derzeit kaum, ihren ordenseigenen Charismen ausreichend nachzugehen"

Pressegespräch beim Ordenstag in Wien - Abt Fürnsinn: "Vielen Klöstern gelingt es derzeit kaum, ihren ordenseigenen Charismen ausreichend nachzugehen"

20.11.2012

kathbild.at / Rupprecht  Österreichs Stifte und Klöster wollen sich künftig stärker als pastoral-geistliche Zentren behaupten. Dafür kann es nötig sein, dass Ordenspriester weniger in der pfarrlichen Seelsorge tätig sind als bisher. Das hat der Vorsitzende der Superiorenkonferenz der Männerorden, Prälat Maxmilian Fürnsinn, in einem Pressegespräch betont. Anlass dazu gab der Österreichische Ordenstag, der am Dienstag im Kardinal-König-Haus stattfand.

Bis zu 50 Prozent aller Pfarren in Österreichs Diözesen werden derzeit von Ordenspriestern betreut. Eine Aufgabe, deren Erfüllung häufig zu Lasten des Gemeinschaftslebens und der Umsetzung der besonderen Aufgaben der jeweiligen Ordensgemeinschaft geht, stellte Fürnsinn fest. "Vielen Klöstern und Stiften gelingt es damit kaum, ihren Charismen wie etwa der Liturgie oder der Gastfreundschaft ausreichend nachzugehen." Für kleinere Gemeinschaften würden pfarrliche Tätigkeiten zusätzliche Missionsaufgaben erschweren.

Eben diese Charismen sollten jedoch der Beitrag der Orden zur Kirche sein. "Je mehr die Kirchenstruktur ausgedünnt wird, desto wichtiger werden geistliche Zentren", so Fürnsinn. Die Aufgaben dieser Zentren gelte es noch zu überlegen. Als einen denkbaren Weg nannte der Prälat jedoch die Gesprächsforen in seinem eigenen Stift Herzogenburg, zu denen regelmäßig Experten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft geladen werden. Selbst sehr Kirchendistanzierte hätten sich durch diese Veranstaltungen im Kloster heute beheimatet, so der Ordensgeistliche.

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