Dienstag, 6. November 2012

(KATHPRESS) Neuer Kopten-Papst: Mehr Manager als Theologe

Salzburger Ostkirchenexperte Prof. Winkler: Tawadros II. wird in aktueller politischer Situation in Ägypten viel Geschick beweisen müssen

Wien (KAP) Der neue koptische Papst Tawadros II. ist ein Oberhaupt mit Managerqualitäten, den die koptische Kirche in Ägypten in den unsicheren politischen Zeiten auch notwendig hat; theologische Aufbrüche sind hingegen nicht zu erwarten. Zu dieser Einschätzung kommt der Salzburger Ostkirchenexperte Prof. Dietmar Winkler. In einer Stellungnahme gegenüber "Kathpress" betont Winkler, dass der am Sonntag gewählte Papst-Patriarch die Kirche in einer äußerst schwierigen Situation übernehme. Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi gehöre zwar dem pragmatischen Flügel der Muslimbrüder an, er habe jedoch im Gespräch mit Vertretern der koptischen Kirchenleitung im September signalisiert, dass die koptische Kirche sich auf ihre geistlichen Aufgaben konzentrieren soll, während die politische Aufgabe dem Staat obliegt.

Winkler: "Für die koptische Kirche ist es zur Zeit sicherlich nicht einfacher als zur Zeit Mubaraks und der neue Papst wird viel Geschick beweisen müssen." Hinzu komme die schwere Aufgabe, die Kirche nach einem ungemein charismatischen Langzeitpapst übernehmen zu müssen.

Der neue Papst gehöre zwar zu den intellektuell gebildeten seiner Kirche, habe aber keine fundierte Theologie-Ausbildung. "Frömmigkeit und Spiritualität stehen da zumeist im Vordergrund, während die theologische Reflexion mitunter Aufholbedarf hätte", so Winkler. Tawadros besitze aber aufgrund seiner beruflichen Erfahrungen auf jeden Fall Managementqualitäten. Weiter auf Kathpress

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