Montag, 26. November 2012

KATH.NET: Die Maria Advocata erobert Rom

Vor 1300 Jahren erklärte der byzantinische Kaiser Leo III. den heiligen Bildern den Krieg. Beinahe die ganze frühchristliche Kunst des Ostens wurde zerstört. Wenige Ikonen gelangten nach Rom. 

Von Paul BaddeRom (kath.net/DieWelt)

Der "Krieg der Karikaturen", der vor sechs Jahren die Welt erschütterte, war in Wirklichkeit nur eine Karikatur früherer Bilderstürme. Der einzig wahre Bilderstreit, der den Namen verdient, hat vor 1300 Jahren hingegen Rasereien hervor gebracht, denen Tausende zum Opfer fielen, jedoch aus der Hand von Christen, nicht von Muslimen. Kern des Konflikts war die Frage, ob es Bilder geben dürfe, die Gott und seine Mutter abbilden, oder gar alle beide.


Ikone Maria Advocata

Unzählige Ikonen wurden in diesem Kulturkampf zerhackt und verbrannt, ihre leidenschaftlichsten Verehrer verbannt, gefoltert, ermordet. Viele dieser Opfer werden in der orthodoxen Welt als Märtyrer verehrt. Berüchtigt bleibt im Osten deshalb bis heute auch noch Kaiser Leo III. (685-741) "der Syrer (oder Isaurier)", der um das Jahr 730 befahl, alle Ikonen im Byzantinischen Reich zu zerstören, um den christlichen Kult "zu reinigen". Er nahm sich dabei womöglich eine lokale Bilderverfolgung bei muslimischen Nachbarn zum Vorbild.

Mit diesem Vorhaben kamen Leo und die nachfolgenden Kaiser, die den Bildersturm erneuerten, ziemlich weit. Im Osten haben deshalb nur ganz wenige Ikonen und Wandmalereien aus frühbyzantinischer Zeit überlebt. Legenden sprechen davon, dass sich einige von ihnen in diesem mörderischen Streit im Meer – wo Salzwasser sie unterwegs halb zerfraß – selbst auf den Weg nach Rom gemacht haben sollen. Weiter auf KATH.NET

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