Montag, 29. Oktober 2012

PRO ORIENTE: Sofia (Bulgarien)-- Internationale Tagung über Kirchen und Toleranz

Bei der Tagung im Rahmen des “Graz Process” wurde die ökumenische Ist-Situation zwischen den Kirchen des Ostens und des Westens analysiert - Christentum als “Modell kommunikativer und kooperativer Freiheit”


Sofia, 29.10.12 (poi) Eine internationale ökumenische Tagung zum Thema „Tolerance within the churches – Tolerance supported by the churches” hat vor wenigen Tagen im Rahmen des “Graz Process” (in dem akademische theologische Bildungseinrichtungen aus ganz Europa zusammenarbeiten) an der St. Kliment Ohridski-Universität in Sofia stattgefunden. Die zehn Referenten, unter ihnen auch „Pro Oriente“- Generalsekretär Florian Tuder, beschäftigten sich mit dem Toleranzthema aus theologischer, psychologischer, historischer und soziologischer Perspektive. Unter dem Teilnehmern war auch der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej (Cilerdzic) von Remesiana. Er wies darauf hin, dass das Christentum ein Verständnis von Freiheit habe, für das Beziehung und gegenseitige Verantwortung konstitutiv sind: „Das Christentum entwickelte ein Sozialmodell von kommunikativer und kooperativer Freiheit“. Gleichzeitig betonte der Bischof, dass Kirchen und Religionsgemeinschaften dennoch in ethnische und nationale Konflikte involviert würden und somit, meist gegen ihren Willen, als Problemfaktor und nicht als Werkzeug für Frieden fungieren: „Aus theologischer Sicht ist Gewalt eine Manifestation des Bösen“. Florian Tuder, seit 2010 Generalsekretär der Stiftung „Pro Oriente“, betonte in seinem Referat, dass Toleranz und Dialog zwischen den Kirchen heute mehr denn je auch außerhalb theologischer Probleme angegangen werden müssen. Man habe den Eindruck, der theologische Dialog stehe zurzeit „auf dem Pannenstreifen“, während der nicht-theologische Dialog zum Überholen ansetze. Das Ziel der Einheit werde hoffentlich „irgendwann gemeinsam erreicht“.

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